Montag, 20. Juli 2015

Unterwegs auf den neuen Cube Stereo Hybrid 2016

Vergangene Woche hatten wir die Gelegenheit, einige der ganz neuen Stereo Hybrid Modelle des im Fichtelgebirge beheimateten Bike Herstellers Cube zu fahren. Auf den Trails nahe des Firmensitz in Waldershof ging es mit dem Prototyp des Stereo Hybrid HPA 160, einem Testbike auf B+ Laufrädern sowie dem Stereo Hybrid 120 Race über Stock und Stein. Welche Eindrücke wir hier gesammelt haben fassen wir nun in diesem Betrag zusammen.


Zunächst sei erwähnt, dass es sich bei den gefahrenen Modellen zum Teil noch nicht um die endgültige Serienversion gehandelt hat. Ausstattungsvarianten und Dämpferabstimmung sind hier die abweichenden Komponenten zum späteren Serienbike. Dennoch imposant wie das Stereo Hybrid HPA mit 160mm Federweg im Gelände funktioniert. Der neueste Trend in Form von extra breiten Laufrädern und Reifen um die 3" Breite in Kombination mit Allmountain Fullys stand in einer abgespeckten Variante auf Basis des Stereo Hybrid 140 SL zur Verfügung.
Das Stereo Hybrid 120 Race hingegen hatte einen sehr seriennahen Zustand.

Zudem konnte der neue Bosch Performance CX Antrieb in Kombination mit den neuen 10 bzw. 11-42 Schaltungen von SRAM und Shimano unter klassischen Gelände Bedingungen erfahren werden, dazu werden wir ebenfalls an dieser Stelle näher berichten.


Cube Stereo Hybrid HPA 160 (Prototyp)


Bereits nach der ersten Abfahrt wird deutlich: "Oh ja - Da geht was!"
Dieses Bike, konzipiert für den Lauf unter ruppigen Situationen, ist die perfekte und lange ersehnte Enduro Erweiterung der Stereo Hybrid Serie.
Wo beim Allmountain Stereo Hybrid 140 unter konstant groben Bedingungen, wie man sie von felsendurchsetzen Trails kennt, Fahrkomfort und damit verbunden Sicherheit fehlte trumpft das neue HPA 160 nun ordentlich auf. Das Fahrwerk der 140mm Kiste ist für den Allmountain Berich sicherlich absolut geeignet, fährt man jedoch längere Stücke vollgas im felsigen Gelände braucht es einfach mehr Federweg.

Hier schafft das HPA 160 einen deutlichen Zugewinn in Fahrkomfort. Ausschlaggebend für diesen Eindruck sind zwei wesentliche Merkmale, bestehend aus dem grandiosen Fox-Fahrwerk und der angepassten Rahmenarchitektur mit einem etwas längeren Oberrohr und der kürzeren Kettenstrebe.
Vor allem die neue Fox Gabel mit 36er Standrohren und 160mm Federweg schluckt verblockte Unebenheiten wie die Fahrt mit einem heißen Messer durch die kalte harte Butter. Geschmeidig geht das Bike über Steine und Absätze.
Der Hinterbau zieht transaktionhaltend hinterher - unglaublich welch eine Fahrwerkpeformance.
Durch das etwas längere Oberrohr gefolgt von einem tiefen Sitzrohr sitzt man etwas weiter und tiefer hinter dem Lenker. Dies schafft Sicherheit unter extremen Bedingungen und unterstützt die Laufruhe.


In der gefahrenen 18" Variante (Körpergröße 180cm) ist das Oberrohr jedoch nicht übertrieben lang, die Gewichtsverlagerung und damit verbunden die Bikebalance lässt sich spielerisch steuern. Die Bike Geometrie orientiert sich an der Oberklasse Version C68 aus der Palette der motorlosen Stereos.
Hier ist jedoch ganz deutlich der Unterschied zwischen einem Allmountain und einem Enduro Bike zu spüren, da beim Allmountain im Vergleich zum Enduro der Körperschwerpunkt aufgrund der Sitzposition im Bike etwas mehr in Richtung Front gelagert ist.  

Bergauf geht das 160er Stereo Hybrid top. Der neue Bosch Performance CX Antrieb bietet hier eine konstante und damit leicht einschätzbare Unterstützung beim pedalieren. Dies ist aufrund der 75Nm Drehmoment welche der Motor maximal abgeben kann dringend notwendig. Würde der Motor seine Leistung im verblockten Uphill unkontrolliert stoßweise entfalten wären dieser nicht so kontrolliert fahrbar.
Lediglich einige Aufsetzer mit der Tretkurbel gab es zu verzeichnen, hier bleibt abzuwarten wie das finale Hinterbau-Setup aussehen wird. Beim Prototyp verbaut waren 170mm Kurbeln.

Die Kombination aus 15er Kettenblatt auf der Kurbel und einem SRAM Kassette mit 10/42 Zähnen bietet unter allen Bedingungen eine passende Anwendung. Bergauf bietet das große 42er Blatt auf der Kassette eine zusätzliche Übersetzung bergauf zu fahren.

Letztendlich muss hier jeder für sich entscheiden und mit sich ehrlich sein, welchen Einsatzzweck er tatsächlich verfolgt. Aufgrund dieser Beschreibung sollte sich jeder in etwa ein Bild machen können wie sich die 160mm Varainte des Stereo Hybrid anfühlt und bewegen lässt.




Hier schön ersichtlich die neue Bosch Performance CX Form. Daraus ergeben sich für die Rahmenarchitektur neue Möglichkeiten. Eine kürzere Kettenstrebe ist nur eine davon. 

Das Unterrohr fluchtet nun linear mit dem Motorgehäuse. Das Ei des klassischen Performance Antrieb, wie aus den vorherigen Jahrgängen bekannt, gehört nu der Vergangenheit an. Optisch ein klarer Zugewinn. 





Stereo Hybrid HPA 160 (vorne)  und HPA 120 Race im Einsatz

Das Handling ist top, trotz dem Mehrgewicht auf dem Unterrohr, bedingt durch den Akku, lässt sich die Balance des Bikes spielerisch beeinflussen. 

Hier spielt das neue Stereo mit 160mm Federweg seine Stärke aus. Drüber bügeln und Spaß haben!





Hier das Stereo Hybrid HPA 160 in der "Action Team" Variante - im der Montage
Bestückung des Serien Rahmen in der Produktionsstrasse - Hier die Variante "Action Team" 

Die klassischen Action Team Farben verleihen dem Bike ein auffälliges Design. 

Viele optische Details, wie die hier farblich auf den Rahmen abgestimmten Dekor Sticker an Laufrad, Tauchrohr und Bremssattel machen das Bike zu einem Blickfang.










Cube Stereo 140 SL mit B+ Bereifung. (Testbike)

Diese hier zum Einsatz gekommene Stereo Hybrid 140 SL Pedelec Bike ist die Versuchsbasis für das neue Stereo Hybrid 140 27,5+. So kommen bereits Felgen mit größerer Maulweite zum Einsatz um die breiten Reifen um die 3" Breite vernünftig aufzunehmen. So ist vorne der neue Schwalbe NobbyNic in der B+ (27,5+) aufgezogen. Hinten ist durch die noch eingeschränkte Hinterbaubreite bedingt ein Maxxis in 2,5" breite Verbaut. Also noch kein reines 27,5+ Bike.
Dennoch wurde im Ansatz deutlich welches Potenzial die neuen Schlappen haben. So fällt zum einen die enorme Traktion der fetten Reifen auf. Im direkten Vergleich zum HPA 160, auf welchem Schwalbe MagicMarys in der weichsten Mischung zum Einsatz kamen, ist der Grip auf weichem Waldboden deutlich besser. Wo die MagicMary Reifen früher oder später zum rutschen anfangen krallt sich der breiten NobbyNic am Boden fest wie eine Heuschrecke auf der Windschutzscheibe eines schnell fahrenden Autos.
Diese Traktion benötigt eine potente Bremse, hier am Testbike zum Einsatz kam daher die vierkolben Zange Magura MT5.
Auf grobem unregelmäßigen Untergrund funktioniert der Reifen ebenfalls bestens, da der niedrige Luftdruck zusätzlichen Komfort und Sicherheit beim befahren bietet. Draufhalten und durch lautet die Devise, wird eine Linie nicht ganz sauber getroffen macht dies weit weniger aus als unter klassischen Bereifung.


Ein finales Fazit zur neuen B+ Bereifung möchte ich jedoch noch nicht treffen, hierzu fehlen noch mehr Testkilometer auf einem finalen Bike. Im ersten Eindruck bleiben aber die positive Traktion sowie das fehlerverzeihende Handling in Erinnerung.

Ob Waldboden...

... oder kleinere Felsen, der B+ Reifen zieht ohne Pannen und mit niedrigem Luftdruck durch






Cube Stereo Hybrid HPA 120 Race 29

Hier stand ein sehr seriennahes Bike zur Verfügung. Das Stereo Hybrid mit 120mm Federweg und den großen 29" Laufrädern ist ja aus den letzten beiden Modelljahren bereits ein alter und vertrauter bekannter.
Da nun 2016 ebenfalls der neue Bosch Performance CX Mittelmotor zum Einsatz kommt wurde der Rahmen an die neuen Möglichkeiten angepasst. Eine kürzere Kettenstrebe schafft hier ein besseres Handling. Die neue Boost Standard (Breitere Radachse), wie er übrigens bei allen neuen Stereo Hybrid Modellen zu finden sein wird, schafft mehr Steifigkeit im Hinterbau, bzw. Laufrad. Vor allem bei 29" Laufrädern eine sinnvolle Sache.
Ebenfalls zum Einsatz kommt hier die neue Shimano XT Schaltung mit einem 11fach Kettenblatt und einer Bandbreite von 11/42 Zähnen. Angeblich soll sich der Preis entgegen vorheriger Meldungen nicht wesentlichen von den 2015er Modellen unterscheiden.


Bosch Performance CX

Da haben die Schwaben noch einmal einen drauf gelegt und das maximale Drehmoment von bisher 60Nm auf 75Nm erhöht. Nun sind dies zunächst einmal nackte Zahlen, mit denen in der Praxis nicht all zu viel anzufangen ist. Meiner Erfahrung nach schmeißen viele Hersteller mit Zahlen nur so um sich um diese als Kaufargument geltend zu machen.
Viel bedeutender ist die Tatsache, wie sich ein ganzes eBike System bestehend aus Akku, Motor und Ansteuerung in der Praxis anfühlt und anwenden lässt.
Beim Bosch CX ist dieses mehr an Power nicht auf den ersten Tritt zu spüren. Was aber auffällt, ist die Konstanz mit welcher die Unterstützung erfolgt. Nach dem Antritt, welcher nun selbst unter 300% Unterstützung (TURBO) ohne Gegenbremsen dossiert einsetzt, zieht das Bike unglaublich gleichmäßig den Berg hinauf. Bei Trittfrequenzen im sportlichen Bereich um die 100Umdr./Min. bleibt der Unterstützungsgrad sehr stabil. Spannend wird es immer dann, wenn Absätze Bergauf befahren werden müssen - kurzes anbremsen - Rad lupfen - in die Pedale treten. Gerade hier wird deutlich das die unterstützende Kraft des Motors nicht brachial kommt, so bleibt das Bike gut beherrschbar.
Eine weiterer Vorteil ist die Kombination der neuen 11fach Schaltwerke von SRAM und Shimano. Somit steht nun eine sehr große Übersetzungsbandbreite zur Verfügung. Ein zweites Kettenblatt auf der Kurbel wurde nicht vermisst - im Gegenteil, durch das höhere Drehmoment  des Motors kam der erste Gang auf dem 42er Blatt eher selten zur Anwendung.
Zum Energieverbrauch kann noch nichts genaues gesagt werden, da eine Referenzfahrt über 1000Hm noch aussteht. Aufgrund der Mehrleistung ist jedoch anzunehmen, dass der Energiebedarf etwas größer sein dürfte. Daher stehen 2016 Akkus mit 500Wh zur Verfügung.
Zu guter letzt überzeugt das äußere Motordesign, weg vom "Ei" hin zu einer kantigen und formschlüssig in den Rahmen integrierte Optik.


Fazit:
Mit einer vollgefederten 160mm und einer vollgefederten 140mm 27+ Version des Stereo Hybrid stehen zwei sinnvolle Ergänzungen dieser Serie zur Verfügung.
Somit dürfte 2016 für jeden eMountainbiker etwas passendes dabei sein.
Erfreulich, dass die Produktvielfalt überschaubar bleibt und dennoch beinahe alle Bereiche abgedeckt sind. Wenn die Preise tatsächlich hingegen erster Meldungen relativ konstant bleiben sollten, werden die Cube Modelle sicher wieder schnell vergriffen sein.
Mein persönlicher Favorit unter den hier vorstellten Bikes ist das HPA 160 - eine reine Sport- und Spaßkanone mit großem Potenzial.


Weitere Links zum Thema:
- Cube Stereo Hybrid 2016 - Die neuen Bikes gesichtet!

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