Donnerstag, 18. Juli 2013

Dauertest: Scott e-Venture 30 - 1300km

In diesem Dauertest Artikel wollen wir dieses mal keines der Geländemaschinen, welche wir sonst in der Freizeit fahren, vorstellen sondern das Allzweck Pedelec für den täglichen harten Alltagseinsatz.

Das Scott e-Venture 30, also die Version mit der einfachsten Ausstattung aus dieser Serie, ist seit Ende Dezember 2012 bei uns im Einsatz. Es wird täglich bei jedem Wetter genutzt und muss hierbei unter anderem als Zugmaschine für den Kinderanhänger, "Pendel" Pedelec Bike oder einfach als Tourer für Ausflüge herhalten.


Der ausschlaggebende Grund für den Kauf dieses Pedelec seiner Zeit war das sehr gute Preis- Leistungsverhältnis. Ein modernes eBike mit Bosch Motor System sowie guter Ausstattung in Form von Gepäckträger, Schloss und Beleuchtung zu einem Preis von 1900,00€ (Auslaufmodell) machten lange Überlegungen überflüssig.

Mittlerweile hat das Bike über 1300km auf dem HMI (Bezeichnung für den Bosch Tacho), gefahren in einem guten halben Jahr. Die meisten Kilometer hiervon wurden von meiner Frau zurückgelegt und dies obwohl sie sich zu Beginn gar nicht für das elektrifizierte Fahrrad begeistern wollte. Dies hat sich aber erstaunlich schnell geändert und zwischenzeitlich ist es selbstverständlich das "Sie" das Pedelec bei gemeinsamen Ausflügen fährt.

Wie sehen die Anforderungen nun im Alltag genau aus und welche Erfahrungen wurde dabei gemacht?

Hier das klassische Bild, wie das Pedelec bei uns häufig genutzt wird - als Zugmaschine für einen Chariot Cougar 2. Dieser ist zeitweise mit zwei Kindern beladen, dazu dann meist noch etwas Gepäck- der Hänger wiegt dann gut und gerne mal an die 45kg. Mit dem Leistungsfähigen Bosch Motor ist das fahren damit natürlich ein Vergnügen, das hohe Drehmoment von etwa 50Nm lassen eine zügige Beschleunigung im Stadtverkehr zu. Auch bei 25km/h bleibt das Rad mit Hänger immer einwandfrei kontrollierbar und vermittelt stets einen sicheres Fahrgefühl.



Der klassisch hängende Bosch Motor arbeitet zuverlässig und Leistungsstark. Lediglich eine Fehlpositionierung des Magneten an der Hinterradfelge zur Messung der Geschwindigkeit provozierte einige mal den Fehler 102. Die lässt sich jedoch kurzfristig durch das Aus- und Einschalten des Systems umgehen, eine leichte Korrektur der Positionierung des Magneten schafft jedoch dauerhaft Ruhe.
Bei einer Fahrt durch einen überschwemmten Radweg lag der Motor einmal auch kurzzeitig komplett unter Wasser. Aber auch hier keine Probleme, wenngleich man dies nicht unbedingt oft machen sollte.


Was aktuell vom Gesetzgeber diskutiert und beschlossen wurde ist beim Scott e-Venture Serie. Die Energie für die Beleuchtung kommt direkt aus dem 288Wh starken Akku. Die Ausleuchtung des Frontscheinwerfer ist als sehr gut zu bezeichnen und lässt keinen Wusch offen. Das Licht bleibt in seiner Position stabil und hatte bis jetzt keine Ausfälle.


Am Freilauf in der Hinterrad Nabe trat vor etwa 150km der erste geringfügige Defekt auf. Hier findet keine Entkoppelung mehr statt, das heißt die Kassette bewegt die Kette auch dann weiterhin wenn nicht mehr getreten wird. Da der Motor ebenfalls über einen Freilauf verfügt hat das ganze in der Praxis so gut wie keine negative Auswirkung.
Das XT Schaltwerk von Shimano mit 9-fach Kassette und Kette funktionieren ohne Probleme.


 Von dieser Gepäckträger Konstruktion bin ich immer wieder begeistert. Zum einen sieht er sehr schick aus, zum anderen ist er durch die Gepäcktaschen und Bügelschloss Aufnahme sehr funktionell. Er integriert sich auch sehr schön in die Gesamtoptik des schwarzen Renners. Die Steifigkeit ist auch beim Einhängen nur einer Tasche gegeben, nichts schleift oder verzieht sich im größeren Stil.


 Etwas problematisch gestaltet sich das Ein- und Auskuppeln der Anhänger Deichsel. Denn dort wo das Kugelgelenk aus der Kupplung entnommen wird ist der stabile Seitenständer im Weg. Mit ein wenig Kraftaufwand und etwas Geduld geht es dann aber doch - dennoch hier muss auf Dauer eine andere Lösung her.


 Der original Sattel am Scott e-Venture geht gar nicht, da dieser zu schmal und in der Mitte nach oben gewölbt ist. Daher die bestmögliche Lösung in Form des englischen Leder Sattel "B17 Standard Classic" Damit fühlt man sich auch auf längeren Touren wohl und sowohl Mann als auch Frau kommen damit klar.
























Die Bereifung, bestehende aus Schwalbe Marathon Supreme, funktioniert recht zuverlässig. Bisher war lediglich ein Platten zu verzeichnen wobei sich das Loch im Schlauch auf der Innenseite, also der Seite zum Felgenband hin gesehen, befand. Aufgrund der Hohlkammerfelgen bedarf es einer nicht unbedingt gängigen Schlauchgröße mit einem längeren Ventilschaft. Zur Not passt aber auch das Standard Modell mit kurzem Schlauchschaft.


Fazit: Das Scott e-Venture 30 begeistert uns im täglichen Einsatz durch seine Zuverlässigkeit und dem großen Einsatzgebiet. Wenn man hierzu noch den günstigen Kaufpreis hinzu zieht hat man ein absolut wertiges Gesamtpaket.
Lediglich die Bremsen könnten etwas knackiger sein. Gerade bei längeren Bremswegen, vor allem mit Hänger, verlieren diese nach wenigen Metern an Verzögerungskraft so dass ein kräftigeres zupacken am Bremshebel notwendig wird. Dennoch funktionieren sie immer zuverlässig.
Der Bosch Motor mit der alten Software 2.7.0 macht einfach einfach Spaß, aber das waren wir ja bereits aus den Pedelec Mountainbikes gewohnt.
Wir werden sehen wie die Garantieabwicklung des defekten Freilauf an der Hinterradnabe ausfällt.
Bis dahin werden wir weiter fleißig Kilometer abspulen und von Zeit zu Zeit darüber berichten.


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