Mittwoch, 19. April 2017

Evolve Skateboards - Das Skateboard mit Elektroantrieb

Hin und wieder erlauben wir uns einen Ausflug auf andere Sportgeräte der besonderen Sorte. So haben wir aktuell das neue GT Bamboo Street Skateboard der australischen Elektroskateboardschmiede Evolve am Start. Als leidenschaftliche Skate- und Snowboarder liegt es sehr nahe dieses Board hier einmal näher vorzustellen, denn mit seinen beiden 3000Watt Motoren im Heck ist das Teil ein richtig rassiges Sportgerät.


Dank der modernen Akkutechnologie gibt es zwischenzeitlich zahlreiche Fortbewegungsmittel mit elektrischem Antrieb. Mit dem Evolve GT Bamboo Street Elektroskateboard haben wir nun quasi die Vorstufe zu den Hoverboards wie sie aus dem 80er Kinofilm "Zurück in die Zukunft" jedem bekannt sein dürften. Nun gut, schweben tut das gute Teil noch nicht, aber es fährt mit elektrischem Antrieb!

Sauber und hochwertig verarbeitet erscheint das Evolve GT Bamboo Street Board.

Das Board
Bereits beim Auspacken wird deutlich, dass das Evolve hier ein sehr hochwertiges Board mit dazu gehörigem Antriebssystem anbietet. Alles wirkt solide und satt verarbeitet, vom Holzdeck über die Achsen bis hin zur Elektronik macht alles einen sehr hochwertigen Eindruck.

Die Technik wirkt auf den ersten Blick relativ simpel.
Da wäre zunächst das 9fach laminierte Holzdeck (7 Lagen kanadisches Ahorn & zwei Lagen Bambus) mit einer Länge von 96cm. Diese wird getragen von super breiten 306mm Achsen, welche sich dadurch wunderbar zum Carven eignen. Die Wheels haben in der Serienversion einen Durchmesser von 83mm und besitzen eine Härte von 76a.
Gut zu erkennen die beiden Elektromotoren im Heck,sie bieten nach Herstellerangaben bis zu 3000 Watt an Leistung. 

Die Kraftübertragung erfolgt über Zahnriemen auf die Rollen. Die Zahnräder und somit die Übersetzung lassen sich variieren. 

Unter dem Deck befindet sich eine flache Kunststoffbox in welcher das Akkupack mit 234Wh (36Volt * 6,5Ah) sowie die Zentralelektrik untergebracht sind. Aus dieser Box führen die beiden Leitungen zu den beiden 3000 Watt Motoren im Heck. Der synchrone Antrieb auf die hinteren Wheels erfolgt dann mittels eines Zahnriemens mit entsprechender Übersetzung. Damit wird sichergestellt, dass die beiden Motoren auch bei langsamer Fahrt unter Volllast in einem Drehzahlbereich laufen, welcher möglichst viel Energie in Vortrieb und nicht in Hitze umwandelt.

Alles in allem wiegt das ganze Board um die 8kg und ist damit natürlich etwas schwerer als ein klassisches Longboard. Dennoch ist es mit diesem Gewicht noch ganz gut zu tragen, bei der Fahrt hingegen macht sich das Mehrgewicht nicht bemerkbar.

Angesteuert wird das Board über eine Funk-Fernbedienung. Hier befindet sich an der Unterseite ein stufenloser Regler, welcher mit dem Finger zum Gas geben und Bremsen betätigt wird. Auf der Oberseite befinden sich zwei Knöpfe zur Auswahl der Fahrmodi und des Setups sowie ein kontrastreiches Display zum Ablesen diverser Daten wie Geschwindigkeit, gewählter Fahrstufe, zurückgelegter Strecke und Akkustand.

Auf der Rückseite gut zu erkennen, der Regler zur Steuerung der Geschwindigkeit und Bremskraft.


Kontrastreiches Display und intuitive Bedienung zeichnen die Remote zur Steuerung des Boards aus.

Die Fernbedienung wird in dieser mitgelieferten Tasche verstaut.





Unterwegs auf dem Evolve GT Bamboo Street
Bevor es so richtig losgeht, muss das Board natürlich erstmal an die Steckdose. Hierzu befindet sich im Lieferumfang ein entsprechendes Ladegerät welches den Akkupack in etwa 3h vollständig lädt. Mit den 234Wh kommt ihr unserer Erfahrung nach im Eco Modus (bis 25km/h) in der Ebene um die 30km weit.

Nach dem ersten Einschalten des Boards und der Fernbedienung verbinden sich beide miteinander, womit das Board regelbar wird. Hier gibt es nun vier Fahrstufen:

- SLOW, hier stehen nur etwa 20% der gesamten Leistung zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt etwa 15km/h. Das Ansprechverhalten ist recht soft.

- ECO, mit 40% der Gesamtleistung die ideale Stufe zum Cruisen und Spaß haben. Die Geschwindigkeit bis 25km/h lädt dazu ein sportlich zu carven.

- FAST, mit 60% Leistung geht es deutlich sportlicher zu, die Beschleunigung erfordert einen vertrauten Umgang mit dem Board. Das Speedlimit liegt je nach Übersetzung bei etwa 38km/h.

- GT, Vollgas! Hier geht es mit 100% Leistung zur Sache. Vor allem für steile bergauf Fahrten geeignet.



Beim ersten "Gas" geben über den stufenlosen Regler ist viel Sensibilität im Zeigefinger erforderlich, da dieser bereits nach wenigen Millimetern Versatz das Board mit deutlichem Vorschub bewegt. Langsames Herantasten ist also dringend erforderlich um den Umgang mit der Kraft der beiden Motoren zu erlernen. Dies gilt ebenso für die Bremsfunktion - wer hier meint einfach mal so voll in die Eisen gehen zu müssen, wird bei unvorbereiteter Körperhaltung vom Board abgeworfen.

Hat man sich nach einigen Kilometern Fahrt aber erst einmal an den Regler gewöhnt macht das ganze unglaublich viel Spaß. Das Skateboarden erlangt mit dem elektrischen Antrieb eine völlig neue Dimension in Punkto Fahrstrecke sowie Intensität auf dem Board. Das Anpushen empfiehlt sich lediglich zum Anfahren, danach geht es dann mit elektrischer Kraft weiter voran. Während dessen macht es dann unglaublich Spaß das Board in die Kurven zu drücken und dies sowohl bergauf wie bergab - ein Traum!!!

Dabei geht das Ganze auch richtig in die Beine und fordert vom Boarder eine körperliche Athletik. Nach 15km aktivem Cruisen am Stück brennen dann schon mal die Oberschenkel vom vielen in die Kurve liegen. Man kann es natürlich auch gemütlicher angehen und einfach nur geradeaus Strecke zurück legen. Aber so richtig Spaß macht es ja erst wenn man die Kräfte in den Kurven so richtig spürt.
Gemeinsam bergab, egal ob mit oder ohne eAntrieb - hier haben alle Spaß.

Die verwendeten Materialen des Boards fühlen sich sehr gut an. Dabei hat das Deck einen minimalen Flex, bei einem Fahrergewicht von 84kg. Die konkave, einwärts Wölbung bietet einen sicheren Stand, wobei Korrekturen der Fußposition trotzdem gut möglich sind. Die Härte der Wheels passt hervorragend zu den kraftvollen Eigenschaften des Boards - in den Kurven und beim Herausbeschleunigen bietet es einen super Grip, so dass man sich schön reinlegen kann. Nur bei sehr provokanten Fahrmanövern mit schneller Entlastung der Achse neigt es dann zum gutmütigen Driften.

Wer hier gerne etwas mehr driften möchte, kann auch einfach andere Rollen mit einem höheren Härtegrad aufziehen. Wir empfinden die Serienwheels jedoch als sehr ausgewogen.

Beim Antrieb selbst gab es keine Auffälligkeiten. Das Board läuft absolut zuverlässig über etliche Kilometer, bergauf wie bergab. Bei unserem Fotoshooting am Kaiserstuhl hatten wir noch ein klassisches Longboard dabei. Hierbei war es dann sogar möglich, den motorlosen Boarder mit dem Evolve GT Board bergauf zu ziehen, was den Spaßfaktor für beide ungemein steigerte.
Der Fotograf sah uns zeitweise minutenlang nicht mehr, da wir zu zweit richtig Strecke auf den kleinen Asphaltstraßen machen konnten.

Hier wird dann vor allem bergab deutlich, welchen Vorteil die Bremse mit Rekuperationsfunktion (Energierückgewinnung) am Evolve Board mit sich bringt. Selbst auf schmalen Straßen, lässt sich so die Geschwindigkeit immer in einem sicheren Bereich halten. Extreme, nicht einfach zu fahrende Drifts zur Geschwindigkeitsreduzierung wie mit dem klassischen Longboard sind nicht mehr notwendig. Ein weitere Pluspunkt also,

Immer schön Druck in der Kurve

Fazit:
Wow - das Elektroskateboard von Evolve macht richtig richtig Spaß. Es eröffnen sich beim Skaten völlig neue Möglichkeiten, da man nun richtig Strecke zurücklegen kann und sich dabei auf das wesentliche, dem Surffeeling, konzentrieren kann. Aber selbst zusammen mit klassischen Longboardern ohne elektrischen Antrieb macht das Fahren Spaß, da beide von der elektrifizierten Variante profitieren können.
Im Laufe der letzten Wochen wurde zudem deutlich, dass es keinen Berg mehr braucht um lässig Longboarden zu können. Einfach auf den nächsten verkehrsarmen Weg und los geht der Spaß.
Das ganze natürlich nur solange, wie die elektrische Energie aus dem Akkupack zur Verfügung steht. Ist diese erschöpft lässt sich das Board klassisch weiterhin wie jedes andere Board durch Anpushen bewegen und fahren.

Ein Wehmutstropfen ist vielleicht der Preis - 1399€ für die GT Bamboo Street Version erscheinen im ersten Moment eine Menge Schotter für ein Skateboard. Bei genauer Betrachtung ist der Preis durchaus gerechtfertigt, da die Verarbeitung und die verwendeten Materialien sehr hochwertig sind und elektrische Mobilität aktuell einfach noch seinen Preis hat.

Übrigens gibt es noch zahlreiche weitere Varianten der Evolve Skateboards. Schaut hierzu einfach am Ende des Artikels auf die Herstellerseite welche wir dort verlinkt haben.


Weitere Fotos mit dem Evolve GT Bamboo Street





Etwas anderes als eine Radtour - mit dem Elektoskateboard auf Tour. 

Übere längere Strecken, selbst in der Ebene...

... macht das Cruisen richtig Spaß!

Gemeinsam Spaß haben. Longboarder mit und ohne eMotor.



Bergauf hat das GT Bamboo Street genügend Power um auch den motorlosen Kollegen ins Schlepptau für die nächste gemeinsame Abfahrt zu nehmen.





Weitere Links zum Thema: 
- Evolve Skateboards (DE)
- Evolve Skateboards (INT)




1 Kommentar:

  1. Witzig !! bevor ich mir mein Cube Pedelec zugelegt habe, hatte ich schon mit dem kauf eines Evolve Longboards mehr als geliebäugelt. Ich wollte damit meine tägliche Fahrt zur Arbeit zurücklegen, was ich jetzt mit dem Cube mache. Abgehalten hatte mich damals dann der Preis und die (mangelnde schnelle) Verfügbarkeit des Longboards. Ich hatte mir als alter Retro Skateboarder schon enormen Fun mit dem Teil erhofft und vollig ausgeblendet, dass mein fortgeschrittenes bzw. mittleres Alter und die damit einhergehende mangelnde körperliche Belastbarkeit nicht mehr so ganz zu dem coolen Evolve passen.
    Naja....man kann ja nicht alles haben.

    Grüße
    Ernie

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