Dienstag, 7. Juni 2016

Erster Eindruck - Unterwegs mit dem MONDRAKER E-PRIME R+

Seit einigen Wochen haben wir nun die Gelegenheit das brandneue e-Prime R+ der spanischen Bikeschmiede Mondraker in den Wäldern des Südschwarzwalds zu fahren. Bei diesem Bike handelt es sich um eines der auf dem Markt wenig verfügbaren Hardtails mit der aktuellen populären Plus Bereifung. Zudem typisch für Mondraker die "Forward Geometrie" mit langem Oberrohr und kurzem Vorbau. Wie sich das Bike in der Praxis schlägt und welche Erfahrungen wir damit gemacht habe könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.


Bereits auf der Eurobike 2015 fielen uns die Mondraker eMountainbikes sehr positiv auf. Zum einen war da das besondere Design, zum anderen gab es Hardtails sowie Fullys mit Plus Bereifung zwischen 2,8" und 3,0" Breite. Über Plus Bereifung haben wir schon viel geschrieben und sicherlich kann man darüber streiten ob diese nun Sinn macht oder für wen diese am besten geeignet ist. Kurz zusammenfassend können wir sagen, dass vor allem der eMountainbike Bereich von dieser neuen Reifengeneration profitieren wird, da Fahrkomfort und Sicherheit durch die erhöhte Traktion der breiten Reifen positiv beeinflusst werden.

Beim e-Prime R+ handelt es sich um eines von vier Bikes aus dieser Serie. So gibt es hier je zwei Versionen mit leichtem Carbon Rahmen und zwei weitere mit Alurahmen. Unser Bike hier im Einsatz ist die besser ausgestattete Alurahmen Version unter anderem mit SRAM GX 11fach Schaltgruppe, Bosch Performance Mittelmotor sowie einer RockShox Reba Gabel. Der Preis liegt aktuell bei 3499,00€



Wie fährt sich das Bike und wie fühlt es sich an?
Beim ersten Blick auf das neue e-Prime R+ fallen zwei Dinge auf: Da wäre die spezielle Rahmenarchitektur mit dem flachen und langen Oberrohr und die dicken +Reifen.
Alleine dieser optische Eindruck lässt die Neugierde nach den Fahreigenschaften auf ein Maximum steigen. Die Erwartungen an dieses Mountainpedelec liegen irgendwo zwischen rassiger Rennmaschine und Spaßbike für das leichte Gelände. Für unseren Fotografen und Hobbyrennfahrer Hieronymus kommt dieses Bike wie gerufen - er kennt die Eigenschatten sportlicher Hardtails aus der Perspektive eines Wettkampffahrers. Im Gegenzug liebt er Pedelec Bikes aufgrund des enormen Spaßes welche diese im Gelände mit sich bringen.

Die Sitzposition auf dem Mondraker ist sehr sportlich ausgelegt. So liegt man trotz kurzem Vorbau recht flach über dem Oberrohr. Dies erfordert auf Dauer etwas mehr Kraft in den Armen da auf diesen etwas mehr Gewicht lastet, jedoch bleibt der Rücken dabei ohne Ermüdungen. Als Fahrer dieses Bikes liegt man also schnittig im Gegenwind.
Der Radstand fühlt sich recht lang an, was vor allem auf schnellen Waldwegen unglaublich viel Sicherheit vermittelt, im Gegenzug nimmt es etwas die Agilität des Bikes in verwinkelten Spitzkehren. Durch die große Breite des Plus Reifen ergibt sich eine große Auflagefläche, woraus enorme Traktion entsteht. Eine perfekte Mischung und damit perfekt um richtig Gas geben zu können.
Bergauf geht das e-Prime Hardtail mit seinen knapp 20kg genau so ab und sehr schnell befindet man sich selbst im Wiegetritt in steilen Passagen auf einem großen Gang mit geringer Motorunterstützung an der 25km/h Grenze.
Sowas macht einfach Bock und motiviert zum sportlichen Fahren mit viel Leistungseinsatz.

Durch den kurzen Vorbau lassen sich Lenkbewegungen einfach einleiten, erfordern parallel dazu dennoch eine ordentliche Gewichtsverlagerung des Akteurs. Dies resultiert unserer Ansicht nach aus dem bereits erwähnten langen Radstand sowie der flachen Sitzposition.
Im Grenzbereich, wie bei schlammigen und rutschigen Geländebedingungen, neigt das Bike zum Untersteuern. Dies bedeutet es schiebt bei Traktionsverlust über das Vorderrad und erfordert hier viel fahrerisches Geschick um nicht aus der Balance zu kommen.

Eine Variosattelstütze haben wir übrigens an diesem Bike nicht vermisst. Durch die besondere Rahmengeometrie mit dem langen Oberrohr besteht in Grenzsituationen wie steilen Etappen bergab auch bei ausgefahrener Sattelstütze stets ein sicheres Fahrgefühl. Hier zeigen sich die weiteren Vorteile einer solchen Rahmenkonstruktion.



Zu den Komponenten:
Reifenhersteller Maxxis beschreibt die hier zum Einsatz kommenden Modelle Recon+ und Ikon+ als Einsatzgeräte für schnelles und aggressives XC Biken. Damit passen sie brillant in das Gesamtkonzept und dem damit verbundenen Einsatzzweck. In der Praxis haben wir die Reifen mit einem Luftdruck von 0,9 bar vorne und 1,1 bar hinten bewegt. Bei der Haltbarkeit gibt es nichts zu bemängeln, jedoch sei hier zu betonen, dass der Einsatz Hardtailkonform überwiegend im leichten Gelände statt fand.

Die Bremsanlage in Form der Shimano Deore und 180er Scheiben in Front und Heck verzögert zuverlässig und sicher, kann jedoch das Potenzial, welches die Plus Reifen mit sich bringen nicht voll ausschöpfen. Heißt bezogen auf die Praxis - die Bremse vorne schafft es nicht den Reifen durch kurze provokante Bremsmanöver auf griffigem Untergrund zu blockieren.

Bei Antriebseinheit und Schaltungskomponenten setzt man auf aktuell Bewährtes. Das Bosch Performance Mittelmotorsystem ist ein zuverlässiger und kraftvoller Begleiter beim Einsatz in einem eMountainbike. In den letzten Jahren hatten wir mit diesem Antrieb an keinem unserer Bikes größere Probleme. So zeigt sich der Mittelmotor auch hier ohne negative Überraschungen. In Kombination mit der 11fach Schaltung von SRAM ergibt sich für nahezu jede Anforderung eine passende Übersetzung. Die SRAM Schalteinheit arbeitet unspektakulär und zuverlässig.
Das Akkupack mit seinen 500Wh wurde optisch relativ unspektakulär auf das Unterrohr aufgesetzt und mit einem passenden Dekorsticker versehen.
 



Fazit:
Es zeigt sich, dass e-Prime ist eine rassige Rennmaschine für den sportlichen Pedelec-Biker!
Wer die beschriebenen Fahreigenschaften zu schätzen weiß bekommt hier einen Supersportler mit Spaßgarantie. Dieses Bike will auf schnellen Waldautobahnen und leichten flüssigen Trails eingesetzt werden, denn dort spielt es mit seiner Rahmengeometrie und den breiten Plus Reifen seine volle Stärke aus.
Die verbauten Komponenten und das Antriebssystem sind bis auf die etwas schwachen Bremsen stimmig und betonen den Einsatzzweck in einem gesunden Verhältnis zum Preis.






Weitere Links zum Thema:
- Eurobike 2015 - Mondraker e-Crafty
- Generation B+
- Fotostrecke - MONDRAKER E-PRIME R+
- Link zum Hersteller

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