Montag, 19. Oktober 2015

Alle Details zu der neuen Flyer Entwicklung "FIT - Flyer intelligent Technology"

Bereits auf der vergangenen Eurobike präsentierte uns Flyer die neueste Entwicklung mit dem Namen FIT. Diese Abkürzung steht für Flyer Intelligent Technology und ist eine eBike Systemarchitektur welche es erlaubt eine Vielzahl an Komponenten aus dem Hard- und Softwarebereich miteinander zu verbinden. Basierend auf dem CANOpen Bus Kommunikationsprotokoll gibt es die Möglichkeit über ein eigens entwickeltes Steuergerät alle erdenklichen Hardware Komponenten miteinander kommunizieren zu lassen.

Vor Ort in Hutwill bei Flyer hatten wir die Gelegenheit mit Ivica Durdevic, Chefentwickler bei Flyer, ein ausführliches Gespräch über dieses neue System zu führen. Darüber hinaus konnten wir weitere Details zum neuen eMountainbike Uproc7 in Erfahrung bringen.

Das Herz der FIT ist das neu entwickelte Steuergerät (ECU). Dieses befindet sich zentral im Bike gelegen im unteren Bereich des Sitzrohr und bildet die Steuerzentrale zwischen verschiedenen eBike Komponenten wie Motor, Akku, Display und Bedienelement. Da die Kommunikation des FIT Steuergerät auf CANOpen Bus basiert, lässt sich  hiermit in Zukunft nahezu jedes Gerät in das eBike System integrieren. Mit dem integrierten 6D-Sensor erfasst das Steuergerät permanent die Lage des Bikes, womit diese Informationen zweckgebunden an weitere Komponenten gesendet werden können.
Ivica Durdevic beschreibt dies als "Eine neue Qualität in der Welt des eBikes".
Aus der Sicht des Endanwender ein interessanter Gedanke den Motor, Akku und Steuerung mit Anzeige von unterschiedlichen Herstellern miteinander zu kombinieren. Aktuell öffnet Panasonic mit seinem neuen Antrieb und Akku sein System für diese neue Technologie. Es bleibt hier spannend zu beobachten welche Hersteller folgen werden.

Flyer Master Steuergerät mit integriertem 6D Sensor

Flyer hat für 2016 eine exklusive Zusammenarbeit mit dem dem japanischen Motorenhersteller Panasonic. So kommt in den 2016er Modellen Uproc7 und in der schnellen U-Serie (45km/h Version) der neue Panasonic Antrieb mit integriertem Zwei-Gang Getriebe zum Einsatz.
Das neue Triebwerk bietet nach Herstellerangaben bis zu 66Nm, dank des internen Getriebe erfolgt die Übersetzung entweder 1:1 oder 1:1,4. Der Schaltvorgang erfolgt über die ergonomische Schaltwippe am Lenker elektromechanisch über einen Stellmotor im Antrieb.

Unterstützungsstufen werden vier zur Verfügung stehen - ECO, Standard, AUTO und High. Geschaltet wird entweder über die Wippen am Bedienelement oder auf Wunsch automatisch. Der Schaltvorgang soll auch unter starker Last möglich sein. Eine Schiebehilfe wird ebenso vorhanden sein.

Auf unsere Nachfrage wurde bestätigt, dass der Panasonic Antrieb aus der neuen 2016er Generation mit einer Vierkant Tretkurbelaufnahme kommen wird. Dies liegt im wesentlichen daran, dass im motorinneren auf der Kurbel ein hochsensibler Sensor zur Erfassung von bestimmten Fahrdaten liegt. Ein einfacher Austausch auf ein ISIS Standard ist konstruktionsbedingt nicht ohne weiteres möglich. Für die Zukunft jedoch wird eine Kurbelwelle mit ISIS Standard (Vielzahn) anvisiert.

Gespeist wird der Motor beim eMountainbike Uproc7 aus einem Akku (SIB - Smart integrated Batterie) mit 432Wh (12Ah). Das besondere hierbei ist, dass anstatt der sonst üblichen 18650 Zellen welche mit der Bauform 20700 zum Einsatz kommen.
Eine Zelle dieses neuen Typs hat um die 4Ah, somit kommen bei einem 36V System 30Zellen zum Einsatz. Durch die asymmetrisch Bauform des Akkupack liegt dieser besonders flach auf der Oberseite des Unterrohrs integriert. Darüber hinaus wird es auch einen kleineren und leichteren 20 Zellen Akku mit 8Ah geben.
Über die Gewichte der Akkuspacks konnten wir vor Ort noch keine Informationen bekommen - hier werden wir nachlegen sobald die ersten finalen Bikes zur Verfügung stehen.

Passend zum neuen Motor hat Flyer ein neues Display "Fyler D1" mit Lenkerfernbedinung "Flyer Remote RC1" entwickelt. Dieses liegt fest moniert zentral auf dem Vorbau und hat eine Größe von 3,5" (480x320pix) bei einer Lichtstärke von 1000 nits. Damit dürfte die Helligkeit der Anzeige auch bei ungünstigen Verhältnissen wie direkter Sonneneinstrahlung locker ausreichen um dort stets Fahrdaten ablesen zu können.

Zudem verfügt das Display über einen USB Lade-Anschluss, einen integrierten Barometer und Thermometer sowie über Bluetooth-Kommunikation. Vor Ort war das Display auch in flachen Blickwinkel stets gut abzulesen. Es gibt vier Hauptbildschirme, welche sich in "Drive" - "Info" - "Fitness" und "Data" aufteilen und unterschiedliche Informationen bereits stellen.


Die Lenkerfernbedinung verfügt über einen 5-Wege Navigationsstick, zwei Tasten zur Definition der Motorunterstützung sowie zwei weiteren Wippen um den Schaltvorgang am Antrieb vorzunehmen.
Dabei kann die Hand stest sicher am Lenker bleiben, da alle Bedieneinheiten im Aktionsradius des Daumens liegen. Eine weitere Besonderheit ist die interne Beleuchtung der Fernbedienung.

Zum neuen eMountainbike Uproc7 sei zu sagen, dass es sich in die Kategorie der Enduro Bikes einordnen wird. Mit mindestens 150mm Federweg in Front und Heck, der populären B+ Bereifung und einem Lenkwinkel um die 67° ist es hierfür gut gerüstet. Das Kettenblatt auf der Tretkurbel hat 29 Zähne und wir über das motorinterne Zwei-Gang Getriebe direkt 1:1 oder 1:1,4 in Bewegung gesetzt. Zusammen mit dem 11fach Schaltwerk ergibt sich eine große Übersetzungsbandbreite.
Es wird mehrere Ausstattungsvarianten geben und ab etwa Frühjahr 2016 verfügbar sein.

Sobald hier erste finale Bikes des Uproc7 bereit stehen, werden wir detailliert über Fahreigenschaften und Ausstattung berichten. Schon jetzt wirkt das Uproc7 mit dem neuen Antriebssystem sehr vielversprechend!


Fotostrecke Uproc7 (Prototyp)

Allmountain eFully auf B+ Bereifung

fest montiertes Display D1 von Flyer

Hinterbauwippe mit integrierten Leitungen
Flyer Remote RC1 - Eigenentwicklung und Bestandteil der neuen FIT



29er Kettenblatt am Uproc7 

Hier wird die kurze Bauform des Antriebs deutlich.
Der Akku liegt L-förmig flach integriert im Unterrohr.

Weitere Links zum Thema:
- Eurobike 2015 - Flyer Uproc7
- CANOpen
- Flyer FIT


Kommentare:

  1. das Bike sieht vielversprechend aus allerdings finde ich die Lenkerbedieneinheit viel zu klobig. Das Ding hat ja fast mehr knöpfe als mein Multifunktionslenkrad im Auto :)

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  2. Mich würde interessieren, ob der Einbau eines kleineren / größeren Kettenblatts möglich ist.
    Eine andere Quelle sprach von einer internen Übersetzung von 1 : 1,45.

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