Dienstag, 19. Mai 2015

Flyer Uproc6 8.9 im Dauertest - 700 km (2)

Wahnsinn wie schnell die Zeit oder die Kilometer auf dem Uproc6 verfliegen. Nach gerade mal 36 Kalendertagen konnte ich schon 700km auf dem Uproc 6 zurücklegen.

Dadurch werden die bisherigen Testerfahrungen erneut gefestigt und positiv untermauert.

Aber lest selbst:
Die 700km wurden zu 95% auf reinen Trails zurückgelegt. Die bisherigen Erfahrungen kann man bisher allesamt unterstreichen. Ich bin in 20 Jahren Mountainbike noch nie ein solches MTB egal ob mit oder ohne Motor gefahren (und es waren viele). Das Hybrid-Konzept mit 27,5 Zoll vorne und 26 Zoll Laufträdern hinten, sowie der kurzen Kettenstreben und den super Winkeln ist so wirklich einzigartig auf dem Markt.

Biketec-Flyer hat hier sehr sehr gründlich auf den Einsatzzweck hin entwickelt.

Wendig verspielte Bikes gibt es viele, meist aber mit dem Nachteil im Highspeedbereich "flattrig" zu werden.

Beim Flyer ist das komplett anders. Das Bike liegt bei Speed wie ein Brett, stürmt und legt sich aber in Zick Zack-Trails praktisch von alleine hinein.

 Ich hoffe, dass breite Grinsen des Fahrers kommt in der Aufnahme authentisch zum Ausdruck!


 Das Uproc fühlt sich wirklich in jedem Terrain wohl

Auf die sehr hochwertige Ausstattung bin ich bereits schon mehrfach eingegangen. 

Bisher habe ich nur am Fahrwerk zwei Optimierungen vorgenommen. Bei der RockShox Pike Federgabel habe ich den ersten Token (dieser reduziert das Luftvolumen und macht die Gabel meiner Meinung nach unnötig progressiv) entfernt und der Gabel einen kleinen Service gegönnt (läuft nun sensibel wie ein Seismograph).

Zusätzlich habe ich den Monarch Dämpfer vom Ansprechverhalten optimiert. Die serienmäßigen Gleitlager von RockShox im Dämpferauge waren recht schwergängig. Aufgrund sehr guter Erfahrung in meinen bisherigen Bikes habe ich die Syntace Needle Bearings (Nadellager Kits mit Enduro Nadellagern) in den Dämpferaugen montiert.
Die Nadellager können mit Hilfe einer Unterlegsscheibe und dem intelligenten Toleranzausgleich in den Dämpferbefestigungspunkten an Hebel und Rahmen (auch so ein cleveres Flyer Alleinstellungsmerkmal) recht einfach verbaut werden.

Dadurch wird das Ansprechverhalten maximal gesteigert.

Die Federelemente sprechen fein und definiert an, die Hinterbaukinematik lässt eine sehr feine und problemlose Abstimmung zu.

Die 2015er Shimano XTR mit 11-40 Kassette und in Kombination mit 15er Antriebsritzel am Bosch ist übersetzungstechnisch optimal.

Sehr positiv fallen die hochgelegten Kettenstreben (elevated chainstays) auf. Keine Umlenkrolle notwendig, kein Schwingenlager oder Schaltzug im Weg, kein Kettengeklappere!

Bisher passt alles wunderbar, man fühlt sich von Ride zu Ride immer noch einen Ticken wohler auf dem Bike. Die einzige Verbesserung die ich mir wünschen würde, wäre ein stärker gekröpfter Lenker (12 Grad Backsweep) in 780-800 mm Breite statt den 740 mm Serie. Aber das sind ganz individuelle Vorlieben.

Wie WillLee bereits bei der Vorstellung berichtet hat, sticht die sehr gute Balance des Bikes und der wirklich sehr gleichmäßige (vorne/hinten) Grenzbereich der Traktion hervor. Ich bin bereits zwei mal in "Traktorspuren mit schlüpfrigem Grasanteil" quergestanden, konnte aber das Bike locker abfangen, das wäre mit anderen Bikes nicht so problemlos möglich gewesen.

Das Nyon benutze ich praktisch ohne Navigation, da ich grundsätzlich nur auf Trails unterwegs bin. Die Informationen über die Fahrdaten welche das Display liefert sind aber sehr gut. Der moderate Aufpreis für Nyon von 150€ bei Flyer geht voll in Ordnung. Mittlerweile hat sich am Nyon seit dem April Update einiges verbessert. Zum Beispiel werden Aktivitäten  nun Ruck-Zuck auf ebike-Connect und Smartphone App aktualisiert.

Fazit nach 700km:
Das Uproc 6 erfüllt, nein übertrifft die extrem hohen Erwartungen an DAS E-Enduro 2015 deutlich.
Wir halten euch weiter regelmäßig auf dem Laufenden in dem wir unsere Erfahrungen hier dokumentieren.



Weitere Links zum Thema:
- Flyer Uproc6 8.9 - Fotostrecke


1 Kommentar:

  1. Bin aufm Ebike-Testival Starnberg die etwas günstigere Variante mit XT 10-fach gefahren (leider immer noch sehr, sehr teuer ;-)
    Kann fast alles bestätigen, v.a. den Punkt "Wenden" auf einem Waldweg, gelingt mir mit meinem Cube 27,5er (Stereo Hybrid 140) leider nicht so gut, dafür ist die Fahrstabilität/kontrolliertes Driften eher einen Ticken besser oder andresrum: Das Flyer kanns fast genausogut trotz längerem Federweg und höherer Wenigkeit, wow!
    Genauso finde ich den Lenker zu extrem "gerade", hatte nach paar Minuten schon Schmerzen in den Handgelenken. liegt aber wohl auch an der Sitzposition (Kombination Oberrohrlänge/Höhe Sattel/Lenker).
    Mein Kurzeindruck: Wem 140 mm eher zu wenig sind und/oder das Tretlager z.B. bei Cube zu niedrig (Aufsetzen im Gelände), der sollte seinen Kontostand checken und schleunigst zum Flyer-Händler gehen, damit er noch eins bekommt, Lieferbarkeit scheint kritisch zu sein!

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