Montag, 26. Januar 2015

Abschlussbericht - Dauertest: Scott e-Venture 30 - 5000km (3)

Nach nun über zwei Jahren im Dauertest ist es an der Zeit unserem Alltagsesel, dem Trekking-Pedelec Scott eVenture 30, einen abschließenden Bericht zu gönnen. Zwischenzeitlich haben wie über 5000km auf Bike, dabei ist es täglich in einem Aktionsradius bis zu 15km im Einsatz.



Als wir dieses Pedelec im Dezember 2012 in unseren Fuhrpark aufnahmen, waren die Anforderungen und somit der Einsatzzweck klar bestimmt. Es sollte im engeren Umfeld, damit ist ein Aktionsradius von etwa 15 Kilometer gemeint um unser Zuhause vorgesehen, das Auto ersetzen. Dabei als Packesel für Einkäufe dienen, einen großen Kinderanhänger ziehen und als Verkehrsmittel auf dem Arbeitsweg (ja wir haben tatsächlich auch noch Hauptberufe neben dem bloggen :)) dienen.
Somit kommt das Scott eBike täglich bei Wind und Wetter zum Einsatz. Da es fast ausschließlich auf festem ebenem Untergrund wie Straße oder befestigten Wegen unterwegs ist, ist der mechanische Anspruch nicht sonderlich groß.




die 5000km sind voll

Nach aktuell über 5000 zurückgelegten Kilometer fahren wird das Bike immer noch mit der ersten Kette sowie der original Bereifung. Zum Einsatz kommt hier noch der kleine 288Wh Akku aus der ersten Generation. Dieser bietet je nach Außentemperatur immer noch eine Reichweite zwischen 25km (unter 10°C) bis hin zu 35km (um die 25°C) bei Unterstützung SPORT3 (200%).
Der Classic+ Motor, welcher nun ab 2015 nicht mehr produziert wird, verrichtet seine unterstützende Kraftentfaltung stets zuverlässig. Da wir keine Motorupdates vorgenommen haben, läuft eine der ersten Softwareversionen welche sehr kraftvoll zupackt.

Im Gegensatz zur aktuellen Motorengeneration wie Active- und Performance Line ist hier beim alten Classic+ noch keine interne Übersetzung vorhanden, so dass die Kraft 1:1 von Motor auf die Kurbelwelle übertragen wird. Dies macht sich beim fahren insofern bemerkbar, dass die Kraftentfaltung sehr direkt spürbar ist. Der Biker spürt also bei welcher Trittfrequenz der Motor am besten arbeitet und kann so entsprechend einen der neun Gänge wählen.
Bei steilen Ansteigen hingegen, womöglich noch mit beladenem Hänger, macht sich die fehlende interne Übersetzung negativ bemerkbar da der Motor mit zu wenig Drehzahl läuft und damit nicht mit optimaler Effizienz läuft.


Welche Probleme machte das Bike?
Wie bereits aus dem 1300km und dem 3000km Zwischenfazit zu lesen war gab es im Laufe der letzten zwei Jahre einige weniger schöne Tatsachen.
Das Problem mit den Lenkkopflagern hat sich erneut bestätigt. Nachdem bei 2000km diese im Rahmen der Garantie getauscht wurden hat die Gabel nun bei aktuell 5000km erneut Spiel und neigt zu starken Schwingungen beim abbremsen. Somit bestätigte sich auch hier die Aussage des Händlers, dass dieses Problem bei diesem Scott e-Venture Jahrgang bekannt ist.

Der Schnellspanner am vorderen Laufrad hält den Kraftschluss auf Dauer nicht vollständig. Nach einigen hundert Kilometer ist immer wieder zu beobachten, dass das Laufrad nicht mehr zentral zwischen den Gabelschenkel liegt und im Stand bei um 90° gedrehtem Lenker bei Längsbelastung Spiel aufweist.
Während der Fahrt macht sich dies durch ein leicht schwammiges Fahrgefühl bemerkbar. Dennoch war die Befestigung nie so locker, dass das vordere Laufrad hätte rausfallen können.
Das Nachziehen am Schnellspanner schafft hier schnell und einfach Abhilfe.

Auflösungserscheinungen am hinteren Schutzblech. Lässt sich einfach wieder zusammenstecken, doch wie lange wird es halten?
  
bequemer Brooks B17 Standard Classic Sattel 

Die erste Bosch Motoren Generation
Auch Fahrten durch überflutete Radwege,
bei denen der Motor abtauchte konnten der Elektrik nichts anhaben.


Der Mittelmotor Antrieb macht Spaß und ist zuverlässig.

160er Bremsscheibe
durchdachter Heckträger mit vielen praktischen Details



Kraftvolle Serienbeleuchtung
Hinterreifen nach 5000km



Fazit:
Insgesamt sind wir mit dem Scott e-Venture 30 sehr zufrieden. Den Anforderungen kann das Pedelec Bike bis heute absolut gerecht werden. Dabei war es Lauf der letzten beiden Jahre ein absolut zuverlässiger Partner. Pannen, bei welchem wir das Bike hätten stehen lassen müssen, gab es bis auf einen platten Hinterreifen nicht.
Die Verbrauchskosten hielten sich in einem absolut überschaubaren Rahmen.
Besonder gefallen hat uns auch die Vielseitigkeit. So wurde das Pedelec sowohl von meiner Frau als auch von mir für den täglichen Weg zur Abreit genutzt. Klassische Satteltaschen lassen sich einfach am Heckträger anbringen und bringen das Rad auch vollgepackt nicht aus der Ruhe. Ziehen des Chariot Cougar 2  Kinderanhänger ist eine wahre Freude - unser "Family Utilitiy Vehicle" wird uns auch in Zukunft weiter Treu bleiben.


Ausgetauschte Teile:
- Original Sattel durch Brooks B17 ersetzt. (60€)
- Original Seitenständer wegen Chariot Hängerkupplung durch ein andere Modell ersetzt. (25€)
- 1x Bremsbeläge vorne (12€)
- 1x Schlauch hinten. (7€)
- Bügelschloss (30€)
- Gabel mit Lager (Garantie)

Kaufpreis als Auslaufmodell im Dezember 2012 lag bei 1900,00€, UVP 2500,00€.


Für 2015 wird unser neues Trekking Dauertestbike eines aus der Haibike Sduro Klasse werden.

Weitere Links zum Thema:
Fuhrparkerweiterung: Scott E-Venture 30
Dauertest: Scott e-Venture 30 - 1300km
Dauertest: Scott e-Venture 30 - 3000km (2)

Kommentare:

  1. Hi,
    erstmal vielen Dank für Euren Blog, immer wieder interessant... was mich interessieren würde: Hält das HMI immer noch fest? Ich habe auch ein Bosch aus 12/2012 zwar mit jetzt 8500 km, und das erste HMI war so abgenutzt durch's aufssetzen, dass ich es nach 2 Jahren ersetzen musste (für ca.100€)... bin scheinbar nicht der einzige, aber Bosch ist da nicht kulant

    AntwortenLöschen
  2. Ja, bei uns hält das HMI gut in der Halterung. Wobei es zu Beginn schon einmal satter saß. Mal sehen was noch kommt...

    AntwortenLöschen
  3. Endlich ein Dauertest zu meinem Bike, einziger Unterschied: Suntour-Federgabel. Mit etwa dem selben Kaufdatum habe ich die Hälfte eurer Kilometer zurückgelegt. Die Lockerung der Schnellspanner vorne kann ich voll bestätigen. Habt ihr jedoch jemals an diesem Bike Probleme mit einer abspringenden Kette, vornehmlich in die Lücke zwischen Kettenblatt und Kettenblattschutz gehabt? Bei mir tritt das regelmäßig auf und die Kette frisst sich regelrecht in dem schmalen Zwischenraum fest. Mittlerweile ist die zweite Kette bei mir dadurch hin, zudem hab ich immer ein paar derbe Arbeitshandschuhe auf dem Gepäckträger, weil nur rohe Kraft beim befreien der Kette hilft :(. Und leider hilft da auch nicht der überall angebotene Schutz, da der nur für die Motorseite etwas taugt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja das Problem mit der anspringenden Kette hatten wir ganz vereinzelt auch schon einmal. Ist aber bei uns kein wesentliches Problem.
      Das Bike ist nach wie vor täglich voll im Einsatz - und läuft... und läuft... und läuft.

      Löschen