Freitag, 24. Oktober 2014

Was war 2014 - was kommt 2015

Die Tage werden langsam wieder kürzer, es wird kälter und die intensive Zeit auf dem Pedelec damit weniger. Zeit also, die vergangene Saison zu reflektieren und einen Ausblick auf 2015 zu wagen.

Kurz zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich vor allem im Bereich des sportlich genutzten eBike in den letzten zwölf Monaten enorm viel getan hat.

Im "ganzen Beitrag" gehen wir auf die Details ein...



blicken wir zurück...

2014 war das Geburtsjahr der zweiten Generation von Pedelecs, bzw. eBikes. So gab es zum einen von den etablierten Herstellern wie Haibike und Cube wertige Weiterentwicklungen zu sehen die einhergingen mit einigen neuen Konstruktionen der Motorenhersteller.

Haibike brachte mit der Xduro 2 Serie einen neu konstruierten Rahmen auf den Markt, welcher für die neue Bosch Performance Line ausgelegt war. Dabei hat haben sich die Ingenieure viele Gedanken über das Zusammenspiel von Motor und moderndem Mountainbikerahmen gemacht und die Kettenführung bei den vollgefederten Bikes über eine Umlenkrolle am Schwingendrehpunkt freigelegt. Das neue Xduro Kettenblatt auf der Motorwelle bekam eine unregelmäßige Verzahnung, welches mit den Vorteilen einer formschlüssigen Kraftübertragung und einem besonders abwurfsicheren Lauf der Kette einher gehen soll.
An diesen Details ist zu erkennen, dass sich Haibike als eMTB Pionier weiter Gedanken um die Entwicklung der Produkte macht und so indirekt Impulse an andere Hersteller gibt.
Darüber hinaus erweiterte Haibike die Modellpalette um Pedelec Enduro Bikes mit einem Federweg von 180mm. Mit der Nduro Serie war damit dieses Segment elektrifiziert.
Mit einigen Xduro 2 Modellen ging es nun auf den amerikanischen Markt. Dort bekam Haibike auf der letzten Interbike sogar eine Auszeichnung für das Xduro FS RX 27.5.


Cube sattelte in der vergangenen Saison komplett auf Bosch Antriebssysteme um. Die neu generierten eMTB Modelle waren eine deutliche Bereicherung für den Markt, da die herausragenden Produkte der traditionellen motorlosen Bikeserien als Vorlage für potente geländetaugliche Pedelec Bikes übernommen wurden. Das vielfach ausgezeichnete Stereo im klassischen Sinn wurde dahin gehend weiterentwickelt, dass relevante Details wie die Motor- und Akkuaufnahme durchdacht gestaltet wurden. Andere Details wie das 15er Kettenblatt auf der Motorwelle sprachen für eine praxisnahe Konstruktion.
Die Cube Stereo Hybrid Serie ist hier eine nahezu perfekte Kombination aus Preis und Leistung.


Beim französischen Hersteller Moustache waren kreative und ausgefeilte Konstruktionen vorzufinden, um die Kombination aus neuem Bosch Motor und MTB Rahmen effizient zu vereinen. Darüber hinaus hatte Moustache den Mut und die Überzeugung mit der Samedi 27/9 Serie ein eMTB auf den Markt zu bringen welches erstmals unterschiedliche Laufradgrößen in einem Rad vereinte. Der Mut gab Moustache Recht und so wurde die kleine aber feine Bikeschmiede in der noch jungen Pedelec Bike Szene bekannt.





Auf der Seite der Antriebssystem-Hersteller bewegte sich durch den Erfolg des Bosch Systems ebenfalls einiges. Nachdem Bosch bereits die zweite Entwicklungsstufe "Active- und Performance Linie" auf dem Markt platzierte kamen nun Hersteller aus Fernost auf dem europäischen Markt in die Gänge. Allen voran schien Yamaha mit der Weiterentwicklung ihres Mittelmotors eine ernst zu nehmender Konkurrenten für die schwäbischen Marktführer werden zu können. Neben Giant setzte Mitte 2014 Haibike mit der neuen Sduro Serie auf eine Allianz mit dem japanischen Hersteller.
Beim Fahrradkomponenten-Hersteller Shimano blieb ebenfalls nicht untätig. Mit dem STePS Mittelmotor Antrieb wollten die Asiaten vor allem im Bereich der City- und Tourenräder einen Teil vom Kuchen abhaben. Insgesamt scheint der Trend weiter zu Antiebsystemen auf Basis eines Mittelmotors zu gehen.

Mit den innovativen massentauglichen Herstellern war es das im wesentlichen schon. Natürlich gab es einige Hersteller die mit auf dem Zug Namens "eBike Boom" aufgesprungen sind. Jedoch so gut wie keine neue Ideen mit in die Entwicklung brachte und daher bereits bewährtes einfach kopierte.

2014 war das Jahr mit den meisten eBike Events. Bosch eBike Race in Stuttgart und Gormaring, Deutsche eBike Meisterschaften in Bad Säckingen sowie Rad am Ring - das 24h Rennen auf dem Nürburgring waren nur einige Höhenpunkte.


Vorausschauend bleibt festzuhalten...
Die Eurobike 2014 brachte hier einen detaillierten und beinahe schon überwältigenden Eindruck was uns für 2015 erwarten dürfte. Nahezu jeder namhafte Hersteller hat nun eBikes mit im Sortiment. Hier wird ganz schnell deutlich, dass die Masse den Boom aufgreift um mit einfallslosen Varianten die Bilanz zu verbessern.

Besonders positiv sei hier jedoch das Schweizer Traditionsunternehmen  BikeTec, vielen wahrscheinlicher eher unter dem Namen Flyer bekannt, zu erwähnen. Nachdem Flyer in der fernen Vergangenheit mit zu den eBike Pionieren gehörte schien dort beinahe vergessen zu werden, dass die Früchte des Erfolgs nicht ewig geernten werden können.
Mit Ivica Durdevic, bisher bei Bosch eBike Systems tätig, holten sich die Schweizer einen erfahrenen und kompetenten Mann ins Boot welcher zukünftigen Produktenlinien neue Impulse geben sollte. Entsprechend positiv fällt die neue eMTB Linie von Flyer auf. Absolut überzeugend hierbei das Enduro eMTB Uproc6. Wir konnten dieses Bike bereits vor einiger Zeit im Vorserienzustand anfahren und waren begeistert von den zahlreichen durchdachten Details.
Schön zu sehen, dass die Entwicklung weiter geht und ein weiterer Hersteller mit zu den Verbesserungen beiträgt.


Haibike darf sich erneut als Vordenker bezeichnen lassen. Die Rahmengrundformen, mit ihren bereits vergangenes Jahr einhergehenden Eigenschaften, bleiben im wesentlichen erhalten. Da sich diese im Großen und Ganzen bewährt haben und es durchaus üblich ist eine Generation zwei bis drei Jahre laufen zu lassen war also nicht zu erwarten, dass wir hier etwas ganz neues zu sehen bekommen.
Allgemeine Trends wie Carbon Räder (Xduro FullCarbon) oder FatBikes (Xduro FatSix) wurden aufgegriffen und Modelle dieses Typs auf den Markt platziert. Bereits Mitte 2014 vorgestellt, wird die SDuro Serie weiter bestand haben und preislich eine Alternative zu den Bosch bestückten Xduro Modellen darstellen.


Bei Cube laufen die bereits im vergangenen Jahr eingeführten Modellserien wie der "Stereo Hybrid" und "Reaction" in nochmals verbessertem Preis- Leistungsniveau weiter.Was man hier beispielsweise mit dem Cube Stereo Race 140 für knapp 4000€ bekommt sucht seines gleichen. Würde mich daher nicht wundern wenn die gängigen Cube eMTB 2015 bereits wieder sehr früh vergriffen sein sollten.
Neben den bewährten Modellen gibt es einige weitere neue Bikes zu sehen. Die stark sportlich ausgelegte Elite Hybrid Bikes kommen mit einem sehr schönen und leichten Carbon Rahmen daher. Hier wird erneut deutlich, dass die Cube bereits viel Erfahrung mit der Konstruktion und dem Bau von Carbonrahmen hat.
Für den urbanen Pedelec Biker gibt es die robuste SUV Bikes. Hier kommt erstmals eine Automatikschaltung in Form der NuVinci H-Sync zum Einsatz. Bei dieser Schaltung wird die Trittfrequenz festgelegt, den Rest erledigt die Schaltung im Zusammenspiel mit dem Bosch Motor.
Optimal für den Einsatz im Start - Stop Verkehr.


Branchenriese Bosch geht den Weg des ganzheitlichen Ansatz weiter, indem automatische Schaltsysteme wie die Shimano Nexus und Alfine Di2 Varianten, Sram DualDrive 3 und NuVinci H-Sync über eine CAN-Bus Schnittstelle in das bestehende Bosch System integriert. Über das Intuvia Display können Daten der Schaltung abgelesen und/oder eingegeben werden.


Das Mammutprojekt Nyon vereint eBike Tacho, Navigation und Fitnesscoach in einem Gerät. Obwohl die Software zur Auswertung der Fahrdaten bisher noch recht schlank gehalten ist, wirkt dass ganze auf längere Sicht recht vielversprechend. Der Ansatz den Bosch hier verfolgt gilt als weiterer Meilenstein in der eBike Entwicklung - warten wir mal zwei Jahre ab und beobachten die weitere Entwicklung weiter.





Der österreichische Hersteller KTM bringt mit dem Macina Mini ME erstmals ein Elektro Mountainbike für Kinder auf den Markt. Das Bike in Rahmengröße 24" ist ein klassisches Hardtail Bike, ergänzt mit einem Bosch Performance Antrieb. Hier wird es letztendlich nur eine Frage der Zeit sein, bis Pedelecs für Kinder und Jugendliche im größeren Stil Einzug halten. Die Frage der Sicherheit darf dabei sicherlich kritisch begutachtet werden. Wiegt das Kinderrad doch stattliche 18kg und unterstützt bis 25km/h. Wenn wir davon ausgehen, dass ein acht jähriges Kind etwa 35kg wiegt, dürfte der Umgang einige Erfahrung voraus setzten. Eine Unterstützung bis 15km/h würde sicherlich genügen.

Aufgrund der hier beschrieben Entwicklung dürfte das sportlich orientierte eBike weiter an Dominanz gewinnen. Wenn ich mich im normalen Radverkehr umschaue, so habe ich den Eindruck dass das City- und Touren Elektrorad zwischenzeitlich fester Bestandteil ist. Dies nicht nur bei den älteren Menschen, nein - in vielen jungen Familien wird das eBike zum Autoersatz und damit zum Alltagsfahrzeug.
So wird es auch mit dem eMTB kommen - die Vorteile liegen auf der Hand.

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Hier nun noch eine Fotoserie bisher unveröffentlichter Bilder der Eurobike 2014 welche die Vielfalt an eBikes dokumentiert.


Univega Impulse FatBike
 Cannondale Tramount mit Lefty Federgabel

Bulls mit Brose Mittelmotor
Bulls mit Bosch Mittelmotor

Spitzing M1 - Power satt.


Magma MCF



Die neue Scott e-Sub Serie
 Scott e.Spark mit Bosch Performance System























 Centurion Numinis-E
 Felt LebowskE

Rotwild mit Brose Mittelmotor


Riese und Müller
 Das Load - mittlerweile Kultbike unter den eLastenräder.
 Lightweight - 15,8kg

Simplon E-Kibo 275
 EH - Line. Kommt uns der Rahmen nicht bekannt vor?
 Bullitt mit Browse System























Wie ist euer Eindruck?
Ist das Pedelec bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen?
Wird das eMTB weiter an Dominanz gegenüber dem klassischen MTB gewinnen?

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