Sonntag, 24. August 2014

Dauertest: Cube Stereo Hybrid 140 PRO - 1000 km (2)

Seit guten fünf Monaten ist das Cube Stereo Hybrid 140 PRO nun schon bei uns im Einsatz, zwischenzeitlich über 1000 Kilometer und weit über 10.000 Höhenmeter wurden dabei zurückgelegt. Zeit also einen weiteren Zwischenbericht über die gesammelten Erfahrungen mit diesem Bike zu veröffentlichen.


Um es vorweg kurz zu machen. Nach wie vor ist das Stereo Hybrid 140 Pro mein liebstes Pedelec Bike unter unseren Dauertestern - warum? Ganz einfach, es ist ultra vielseitig einsetzbar und überzeugt dabei unter nahezu jeder Anforderung durch Funktionalität.
Das primäre Einsatzgebiet ist der Südschwarzwald. Hier kommen bei einer Ausfahrt über 40km schnell einmal 1000Hm zusammen. Also braucht es ein Bike welches effizient läuft, gut den Berg hoch geht und im Gegenzug ein potentes Fahrwerk welches rasante Singletrail Abfahrten gut wegstecken.

Hier scheinen die gut laufenden 27,5" Laufräder, das geringe Gewicht von 21,15kg, die ausgewogene Kinematik sowie ein kraftvoller aber dennoch sparsamer Antrieb das Rezept für ein nahezu vollkommenes Allmountain eMTB zu sein. Die 140mm in Front und Heck schlucken dabei einiges weg und tragen dazu bei, dass sich der Fahrer auch in kritischen Situationen auf seinen fahrbaren Untersatz verlassen kann.

Steinschlag deformiert die Kettenführung
Über den Bosch Performance Mittelmotor hatten wir bereits in der Vergangenheit vieles geschrieben. Um es noch einmal kurz zusammenzufassen - Die hier verbaute Performance Variante arbeitet in Kombination mit einem 15er Kettenblatt auf der Tretkurbel. So mancher Laie mag sich nun denken, dass dies in Zusammenspiel mit der Standard 10fach Kassette mit 36-10 Zähnen aber eine kurze Übersetzung ergibt. Hierzu sei erklärt, dass sich das Kettenblatt auf der Tretkurbel 2,5x schneller dreht als die eigene Trittfrequenz. Daraus ergibt sich dann also ein vergleichbares 37,5er Kettenblatt (15*2,5). Mit dieser Übersetzung fährt man unserer Erfahrung nach im allgemeinen ganz gut. In der Praxis bedeutet dies, dass man auf dem großen 36er Kettenblatt an der Kassette steile Stücke bis 20% bei etwa 8km/h gut bewältigen kann. Bergab lässt sich in kleinster Übersetzung bis etwa 50km/h noch gut mittreten.

Nach wie vor Schaltet das XT Schaltwerk präzise und zuverlässig.























Die Plastikverschalung des Motors erweißt sich auch ohne Schutzschild als robust und hat Nehmerqualitäten. So können Wasser, Schlamm, Steinschläge sowie Aufsetzer dieser Hülle bisher nichts anhaben.
Wie auf dem Bild gut zu sehen ist liegt der Dämpfer gut geschützt zentral im Rahmen. Durch die ausgewogene Hinterbaukinematik wippt hier bergauf so gut wie nichts. Dennoch spricht der Hinterbau sensibel auf das Gelände an und garantiert so stets Traktion.
Unter sehr groben Bedingungen in felsendurchsetzten abschüssigen Gefilden bringt man die 140mm dann aber doch an die physikalischen Grenzen. So wird der Dämpfer im Grenzbereich sehr direkt ohne dabei jedoch durchzuschlagen. Ich mag dieses Verhalten, da es mich als Fahrer fordert saubere Linien zu fahren und nicht blind über alles drüber zu bügeln.

In etwa genauso verhält es sich auch mit der Fox 34 Float Gabel in der Front. Die ersten zwei drittel arbeitet diese recht sensibel und schluckfreudig, wird dann aber im Grenzbereich in nahezu voll eingefedertem Zustand sehr hart. Man spricht hierbei auch von einem progressiven Verhalten.
Großes Lob, dass man eine Gabel mit 34er Standrohre verbaut hat - sie bietet bei einem Bike mit über 20kg Gewicht genügend Steifigkeit.



Die Shimano XT Bremsen verrichten ihre Arbeit zuverlässig. Auch nach über 1000km kein klirren oder reiben. Vorne wie hinten immer noch die ersten Beläge im Bremssattel. Die vordere Bremse könnte noch einen Hauch giftiger zu werke gehen, ein Scheibendruchmesser von 200mm anstatt der serienmäßig verbauten 180mm könnten hier einen Teil dazu beitragen. Provoziert man die Bremse extrem, in dem man bergab die Beläge lange schleifen lässt so tendiert diese zum schmieren. Nach einer kurzen Ruhephase ist die Bremskraft aber wieder wie gewohnt. Ohnehin sollte man im Gefälle die Bremsen nicht permanent anstehen lassen sondern besser in kurzen Stößen betätigen.


Und dann ist da noch das Thema mit der eng anliegenden Kette an der Kettenstrebe. Was haben sich die potenziellen Interessenten nicht darüber den Kopf zerbrochen und über die wahrscheinlich absehbaren Nachteile schwadroniert. Tatsache ist, und dies hat sich ebenfalls bei unserem 1500km Dauertest des Cube Stereo Hybrid 140 SL gezeigt, dass es keine Probleme gibt.
Sicherlich geht es eng zu und ja, wir haben vorsorglich einen alten Fahrradschlauch als verlängerten Kettenstrebenschutz angebracht. Aber in der Praxis sind bis auf einige oberflächliche Schleifspuren keine wesentlichen mechanischen Deformationen zu erkennen. Letztendlich schlägt die Kette immer nur dann wenn kein Zug auf dieser ist. Ist diese in entspanntem Zustand, wenn man beispielsweise gerade nicht tritt, so bleibt groß gar kein Raum um auszuschagen. Daher aktuell also alles entspannt, was diese im Vorfeld heiß diskutierte Thematik betrifft.

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Mit dem 400Wh Akku kommt man bei einer Strecke von 40km locker über 1000Hm.

So steht das Cube Stereo Hybrid 140 Pro nach über 1000km im Einsatz da. Bis auf die Sattelstütze, den Sattel und die Pedale fahren wir das Bike in Serienausstattung. Ein schön ausbalanciertes eMTB für ein breites Einsatzgebiet. Für einen Preis von knapp 4000€ gibt es wohl kaum mehr Pedelec Mountainbike auf dem Markt zu finden.


Weiterführende Links zum Thema:
- Neue Dauertest eMountainbikes von Cube - Stereo Hybrid Pro Serie


Kommentare:

  1. Hallo,
    lohnt sich der Mehrpreis von 500Euro für den performance Motor?
    Vollast ist ja eher die Ausnahme?

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    1. Kann ich nicht genau sagen, da ich noch keinen Active Line im eMTB gefahren bin.
      Zugegeben, ich fahre selten Stufe TURBO - nur in extremen bergauf Passagen.
      In er nächsten Saison wird das PRO 140 für rund 3200€ zu haben sein, dann mit Performance Line und etwas reduzierter Ausstattung. Das PRO von 2014 wird durch das RACE ersetzt werden.

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  2. Hallo Will,

    ich lese Ihre Beiträge immer sehr gerne. Das war dann auch der Grund, warum ich mir auch dieses Cube im Mai gekauft habe. Ich habe bis jetzt nur 700km auf drauf und bin voll zufrieden mit diesem Bike.
    Ich hätte da noch eine Frage die du mir vielleicht beantworten kannst?
    Für was ist der Pfeil neben der Batterieanzeige im Display?

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    1. Das wird wohl die Schaltempfehlung sein...

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