Donnerstag, 24. Juli 2014

Interview mit Marcus Klausmann - 10 Fragen / 10 Antworten

Marcus Klausmann ist im MTB-Sport sicherlich vielen Bikern ein Begriff. Für alle diejenigen, die ihn nicht kennen sei gesagt, dass Marcus ein deutscher Mountainbiker in der Disziplin Downhill ist. Bereits seit Anfang der 90iger Jahre fester Bestandteil der Rennszene, konnte er bis heute 15 Deutsche Meistertitel auf seinem Erfolgskonto verbuchen. Nebenbei auch International immer vorne mit dabei war er 1993 und 1995 sogar Vizeweltmeister in seiner Disziplin.
Aus aktuellem Anlass steht uns Marcus Klausmann nun für eines unserer “10 Fragen / 10 Antworten” Interviews zur Verfügung.



pb: Du warst Ende Juni mit Bosch eBike Systems für einen Filmdreh in Leogang. War dies die erste nähere Erfahrung mit einem eMTB?
mk: Ehrlich gesagt ja, wir besitzen zwar schon ein Trekking eBike - aber ich bin immer offen für Neues und war gespannt was so ein eMTB alles kann.


pb: Worin besteht deiner Meinung nach der Mehrwert eines Elektro-Mountainbike, bzw. welche Faktoren spielen im Vergleich zum klassischen Bike eine entscheidende Rolle?
mk: Die gravierensten Unterschiede sind sicher die gefahrenen Höhenmeter und Kilometer. Mit einem eMTB vergrößert sich der Aktionsradius enorm und es sei gesagt, konditionell ist es genauso anspruchsvoll wie ein herkömmliches Bike. Selbst beim uphill stellt sich ein flow-Gefühl ein.


pb: Habt ihr während des Filmdrehs auch Dinge gemacht, die mit einem normalen Bike nicht möglich gewesen wären?
mk: Ja, jede Sequenz um ein Mehrfaches fahren! Mit einem normalen Bike hätte man dieses Pensum nicht bewältigen können.



pb: Wann und wo wird der Film zu sehen sein? Was kannst du uns dazu berichten?
mk: Auf der EUROBIKE in Friedrichshafen am Stand von Bosch eBike Systems. Soweit ich das ganze beurteilen kann, sollte man diesen Film gesehen haben - es wird wohl inhaltlich, wie auch technisch was ganz Neues werden.


pb: Noch immer mangelt es dem Pedelec MTB in der traditionellen Biker Welt an Akzeptanz. Kennst du eine solche Haltung auch aus deiner Disziplin, die beispielsweise die Cross-Country und Marathon-Fraktion dem Downhill gegenüber entgegenbringt?
mk: Ja, beim Downhill gibt es das immer wieder. Wobei ich diese Meinung nicht auf die Cross-Country und Marathon-Fraktion festlegen kann, es betrifft eher die “allgemeine” Masse die nichts mit dem biken zu tun hat. Bis heute gilt Downhill immernoch als Trendsportart. Viele sind der Meinung, dass Downhill nur aus Talent und großem Risikobereitschaft lebt - weit gefehlt, ich trainiere bestimmt nicht weniger als ein Cross-Countryfahrer.


pb: Welche Chancen sieht du für das eMTB im Wettkampfsport? Wären die aktuell zunehmend populäre Enduro Rennen nicht prädestiniert dafür?
mk: Ehrlich gesagt, sehe ich für den Wettkampfsport derzeit wenig Chancen. Angenommen, es würde eine spezielle Disziplin geben, sind doch die Möglichkeiten zur Manipulation recht groß. Wer soll kontrollieren, ob die Bikes am Start nicht gepimpt sind?


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pb: Würde es attraktive und populäre eMTB Rennen geben, wären die professionelle Teilnahme an diesen für dich interessant?
mk: Probieren würde ich es auf alle Fälle.


pb: Einer deiner Hauptsponsoren GHOST BIKES hatte bereits 2010 auf der Eurobike mit dem e-Ndure ein vielversprechendes eMTB präsentiert. Hattest du seiner Zeit daran mitentwickelt und werden wir hier bald eine neue Version mit aktuellen Antriebssystemem sehen?
mk: Damals war ich nicht involviert - mein Schwerpunkt liegt beim Downhill. Für 2015 wird es ein neue eMTB Linie geben, man darf gespannt sein.


pb: Was macht mehr Spaß - normales MTB oder eines mit Motorunterstützung?
mk: beides macht Spass.


pb: Welchen Stellenwert wird das Pedelec Mountainbike deiner Ansicht nach in fünf Jahren haben?
mk: Kann ich ehrlich gesagt nicht einschätzen - nach dem Boom der eBikes in den letzten Jahren ist alles möglich.


Wir bedanken uns herzlich für dieses Interview und wünschen viel Glück und Erfolg für die laufende Saison.




Fotos: Marcus Klausmann Video: Trailer zum neuen Bosch Video

1 Kommentar:

  1. Der Marcus ist eben ein klasse Typ, keine Allüren, offen für Neues

    Schade dass die CC-Fraktion nicht ähnlich entspannt gegenüber den Pedelecs ist

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