Freitag, 13. Juni 2014

Weshalb das 15er Kettenblatt am neuen Bosch Motor Sinn macht.

Mittlerweile gibt es den neuen Bosch Motor aus der Active- und Performance Line ein knappes Jahr. In dieser Zeit legten wir viele Kilometer und Höhenmeter auf unseren Pedelec Bikes der neuesten Generation zurück. Über die Gegebenheit, dass sich bei den genannten Bosch Motoren das Kettenblatt 2,5x scheller dreht als die eigene Trittfrequenz hatten wir in der Vergangenheit bereits mehrfach und ausgiebig berichtet. In diesem Zusammenhang zeigt sich nun, dass das Kettenblatt mit 15 Zähnen als effizienter Mittelweg anzusehen ist.
Warum? Darauf wollen wir in diesem Beitrag etwas genauer eingehen.



Zahlreiche Hersteller bieten in dieser Saison 2014 eMountainbikes mit den neuen Bosch Motoren, vorzugsweise das sportlich orientierte Performance Modell, an. Ebenso gibt es zahllose unschiedliche Varianten was das verbaute Kettenblatt an der Tretkurbel in Kombination mit der Kassette angeht.
In der Praxis werden zwischen dem 20er bis hin zum 15er Kettenblätter alle Varianten verbaut. Aber welche Kombination scheint nun die beste zu sein?

Schaut man sich die zahlreichen Kommentare in bekannten Pedelec Foren an, so wird deutlich, dass der sportlich orientierte eMountainbiker viel in den Bergen unterwegs ist und dank der Zusatzkraft des Motors auch gerne mal Steigungen jenseits der 20% in Angriff nehmen möchte. Hierfür braucht es dann eine geeignete Übersetzung um Trittfrequenz, Motorleistung und Vortrieb in einem harmonischen und effizientem Verhältnis in Einklang zu bringen.

























Bisher war das 15er Kettenblatt die kleinst mögliche Variante welche an einem Bosch Motor aus der Active- oder Performance Linie verbaut werden konnte. Dieses entspricht, bezogen auf eine 1:1 Zusammenspiel zwischen Trittfrequenz und der Kurbelwellenumdrehung knapp einem 38er Kettenblatt. Bei einem 16er Blatt wäre es mit einem 40 Zähne umfassendem Blatt vergleichbar. Macht einen Unterschied von 7%. Hört sich zunächst einmal nach nicht viel an.


In der Praxis aber zeigt sich, dass gerade schwere Bikes wie ein Nduro RX mit seinen 24,45kg in Serienausstattung bei Rahmengröße L , bergauf von einer gut abgestimmten Übersetzung profitieren. Daher haben wir eines unserer Nduro RX Testbikes von einem 16er Kettenblatt auf ein 15er Kettenblatt umgerüstet. Unserem Eindruck nach wirkt dieses Bike vor allem in steileren Anstiegen im Vortrieb gleich um einige Kilos leichter an. Auch scheint der Motor weniger am Limit unterstützen zu müssen, wie am Leistungsbalken des Boardcomputers Intuvia abzulesen ist. Auf unseren flachen traillastigen Teststrecke über knapp 25km bei etwa 350Hm konnten wir am Ende mit dem 15er Kettenblatt ein Ladebalken mehr (3/5 anstatt 2/5) verbuchen. Wobei hierbei zu erwähnen sei, dass der Energieverbrauch von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann.


Aktuell gibt es nun sogar eine Sonderanfertigung mit 14 Zähnen. Mit diesem Kettenblatt kommt dann auch ein neuer spezieller "Spider-Ring". Dies ist deswegen nötig, da mit dem original Bosch Spider Ring das kleinst möglich zu verbauende Kettenblatt das 15er ist. Kombiniert man 14er Blatt mit original Spider Ring so liegt die Kette auf dem Sicherungsring auf. Der Spider Ring ist ein Kunststoffteil, welches das Kettenblatt auf der Kurbelwelle fixiert.
Mit diesem 14er Kettenblatt sind sogar noch kürzere Übersetzungen möglich, also bietet sich hier auch eine Variante für extreme Bergfahrer an.
Wer dann immer noch nicht genug hat, kann zusätzlich noch zum "One Up" 42er Ritzel für die Kassette greifen und dieses im Austausch mit dem 17er Ritzel noch vor das 36er anbringen.
Aktuell sammeln wir noch Erfahrung mit dem 14er Kettenblatt in Kombination mit der Standard 11-36er Kassette. Zu gegebener Zeit werden wir auch darüber schreiben.

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Was den Verschleiß angeht, so deuten sich hier unterschiedliche Gesichtsfelder an. Zum einen verteilt sich der Kettenlauf an der Kassette über mehr Ritzel als beispielsweise mit dem 16er Kettenblatt. Dies liegt daran, dass beispielsweise bergauf Fahrten unter dem 15er Kettenblatt auch im zweiten oder dritten Gang noch gut zu nehmen sind.
Zum anderen wird aber auch das kleinste Ritzel häufiger genutzt. In der Vergangenheit zeigt sich gerade auf dem kleinsten 11 Zähne zählenden Zahnrad Verschleiß durch eine durchrutschende Kette.

Fazit:
Nun sind wir in diesem Artikel doch etwas tiefer in die Materie eingetaucht als sie der Laie vielleicht verstehen und nachvollziehen kann.
Alles in allem bleibt zu sagen, dass man unserer Erfahrung nach mit dem 15er Kettenblatt in vielen Situationen gut beraten ist. In der Praxis bedeutet dies, dass Steigungen bis 20% im Turbomodus knapp unter 10km/h gefahren werden können. Im Gegenzug geht es bergab noch bis etwa 50km/h gut zu pedalieren.
In der Ebene kommt man sogar ohne Motorunterstützung gut zurecht.



Kommentare:

  1. gibt es schon Erfahrungen mit dem 14er Kettenblatt

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    1. Noch nichts konkretes. Aber wir arbeiten daran und sammeln aktuell fleißig Km.

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    2. Ich fahre 14-42 auf meinem AMT RX 2014. Es funktioniert einwandfrei - für eine richtige Bergziege sehr zu empfehlen :-) Siehe auch
      http://pedelecforum.de/forum/index.php?threads/performance-m%C3%B6glichkeiten-f%C3%BCr-andere-%C3%9Cbersetzungen.25050/page-22#post-406019

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  2. Ich hab auf meinem RX mittlerweile auch das 15er drauf, macht deutlich mehr Sinn als das 16er bei 11-36er Kassette

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