Dienstag, 11. Februar 2014

Interview - 10 Fragen/10 Antworten zu "Bosch eBike Systems"

Interview - 10 Fragen/10 Antworten zum "Bosch eBike Systems"

Interview mit Tamara Winograd,
Marketing Communication "Bosch eBike Systems"





pb: Wie kam die Firma Bosch dazu, sich mit der Konstruktion eines Pedelec Antriebs zu beschäftigen?
Mobilität ist seit jeher ein Kernthema für Bosch. Und wir sind davon überzeugt, dass die Zweirad-Elektromobilität ein Wegbereiter für den weiteren Ausbau der E-Mobilität in Summe sein wird. Das eBike benötigt, anders als das eCar, keine extra Ladeinfrastruktur und auch die Reichweite ist kein Thema. Natürlich sind im Bereich Pedelec-Antriebssysteme auch die Kompetenzen der Bosch-Gruppe vereinigt: Von der hocheffizienten Antriebseinheit (Motor und Getriebe), über hochqualitative Akkus und Sensoren bis hin zu einem intuitiv bedienbaren, smarten Bord- und Fahrradcomputer reicht das Bosch-Portfolio. Die perfekte Abstimmung der Komponenten ist der Schlüssel zur typischen Bosch-Performance in Komfort wie Leistungsfähigkeit. Das Konzept trifft zudem den Nerv unserer Zeit: Es ist umwelt- und ressourcenschonend und ermöglicht Unabhängigkeit sowie individuelle Mobilität. Vor diesem Hintergrund kommt auch dem Produktbereich Bosch eBike Systems innerhalb des Bosch-Konzerns eine wichtige Rolle zu.


pb: Für welche Zielgruppe wurde die neue Active- und Performance Line entwickelt?
Unsere beiden neuen Produktlinien sind so konzipiert, dass Endverbraucher je nach Einsatzzweck schnell das passende Modell finden und leicht eine Kaufentscheidung fällen können. Wer das Pedelec eher für Einkaufsfahrten, Ausflüge oder längere Touren nutzen möchte, für den ist ein Rad mit der Active Line wohl das richtige. Ob im urbanen Raum oder auf der Freizeitausfahrt – die Active Line überzeugt mit einem harmonisch-agilen Fahrverhalten und ist optional auch mit Rücktritt zu haben.

Wer es sportiver mag, greift besser zur dynamisch-kraftvollen Performance Line, die in zwei Varianten erhältlich ist. Bei der Performance Line erhält der eBiker außerdem bis zu 275 % Unterstützung zusätzlich zu seiner Eigenleistung und das Drehmoment ist mit 60 Nm im Vergleich zur Active Line deutlich höher. Außer der 25 km/h Variante „Cruise“ bietet die Performance Line auch eine „Speed“-Version mit aktiver Unterstützung bis 45 km/h.


pb: Worin unterscheidet sich die neue Motorengeneration von dem Classic+ Modell, auch in technischer Sicht?
Die neue Active und Performance Line sind unsere Antriebssysteme der zweiten Generation. Dank dem weiter optimierten Sensorkonzept mit 1000 Sensormessungen pro Sekunde lässt sich der Fahrerwunsch noch präziser ablesen und das System bietet allzeit optimale Unterstützung. Die Kompaktheit der neuen Drive Unit sorgt zudem für eine verbesserte Fahrergonomie und zugleich mehr Bodenfreiheit, die speziell Rädern mit sportivem Einsatzzweck zugutekommt. Auch ermöglicht die neue, mit dem Red Dot Award ausgezeichnete Designsprache der Produktlinien den eBike-Herstellern eine optimale Integration in ihr Fahrrad-Design. So ist es für jeden problemlos möglich, das für ihn persönlich am besten geeignete Pedelec auszuwählen.


pb: Wohin wird die Motorenentwicklung in Zukunft gehen? Wird man in naher Zukunft mit einem integrierten Getriebe rechnen können um die Übersetzungsbandbreite zu erhöhen?
Wir bitten um Verständnis, dass wir über zukünftige Produktplanung heute noch nicht sprechen. Bei der Produktentwicklung legen wir größten Wert darauf, dass das Gesamtsystem harmonisch zusammenspielt. Dabei sind Themen wie Gewicht, Effizienz, Leistung und Reichweite selbstverständlich in ihrer Kombination sehr wichtig, damit das einzigartige Fahrerlebnis mit dem Bosch eBike System möglich wird. Außer den technologischen Komponenten des Systems sehen wir die Themen User Experience und integratives Design als wichtig an. All diese Variablen möglichst optimal aufeinander abgestimmt in Zukunft weiterzuentwickeln, ist unser Ziel.



pb: Auf der Eurobike 2013 gab es erstmals die Bosch Nyon Performance Line zu sehen. Nach Meinung vieler Leser ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des gesamten eBike Systems. Wann wird Nyon auf dem Markt erhältlich sein und kann es nachgerüstet werden?
In der Tat ist Nyon ein weiterer Meilenstein in der Produktentwicklung von Bosch eBike Systems. Als Bordcomputer, der eBike-Steuerung, Navi und Fitnesstrainer in einem Gerät zusammenfasst und sogar Smartphone-Funktionen übernimmt, ist der multifunktionale Bordcomputer ein wichtiger Schritt in der eBike-Connectivity. Die ersten Räder erwarten wir voraussichtlich im Frühsommer im Handel. Vorläufig wird Nyon mit ausgewählten Marken in Verbindung mit der Performance Line in den Markt kommen.



pb: Ein fränkischer MTB-Hersteller drehte 2010 den Bosch Motor erstmals in den Rahmen, womit das Pedelec Mountainbike erstmals volle Offroad Tauglichkeit bekam. War dies, neben einem kraftvollen effizienten Bosch Antriebssystem, der Durchbruch für die Verwendung in einem MTB?
Bereits an den ersten MTBs mit Bosch-Antrieb zeigte sich, dass der kraftvolle Motor perfekt zu sportiven Rädern passt und in diesem Bereich großes Potenzial schlummert. Wir sind froh, dass die Hersteller in den letzten Jahren Weitblick und auch Innovationsfreudigkeit gezeigt haben und neue Fahrradtypen mit dem Bosch Antriebssystem auf den Markt gebracht haben. Gleichzeitig haben wir natürlich den Markt genau beobachtet und den Trend zum sportiven eBike in unserem heutigen Produktportfolio abgebildet. Dieser Ansatz wurde also konsequent weiterverfolgt und kontinuierlich weiterentwickelt. Wenn man sieht, wie viele Hersteller in dieser Saison ein MTB mit Rückenwind von Bosch präsentieren, kann man guten Gewissens von einem „Durchbruch“ sprechen.



pb: Wie sieht Bosch das Verhältnis zwischen dem traditionellen Mountainbike Sport und diesem stark wachsendem Segment der elektrifizierten Mountainbiker? Gibt es Bedenken bezüglich der Akzeptanz zwischen diesen beiden Gruppen?
Für uns ist wichtig, dass die Leute Spaß am eBiken und Fahrradfahren haben. Mit einem eMountainbike ist beides garantiert. Die eMountainbikes werden das klassische MTB um eine weitere Facette ergänzen und somit die gesamte Gattung „Mountainbike“ aufwerten. Diese Entwicklung ist vergleichbar mit der des klassischen eBikes: Am Anfang gibt es immer Skeptiker, doch mit der Zeit wächst die Akzeptanz. Für viele Menschen eröffnet das eMountainbike neue Möglichkeiten. Besonders reizvoll ist das völlig andere Fahrgefühl. Auch Besitzer traditioneller Pedelecs oder Fahrräder haben nun eine Alternative mehr.


pb: Beim diesjährigen "Sparkassen Mountainbike Festival" in Stuttgart tritt mit "Bosch eBike Systems" erstmals ein eBike Hersteller als Hauptsponsor eines klassischen MTB-Event an. Welche Bestrebungen sind damit verbunden?
Wir haben uns bewusst dafür entschieden, Events wie das MTB Festival in Stuttgart zu unterstützen, weil es uns am Herzen liegt, auch die jüngere Zielgruppe für Pedelecs zu begeistern. Das Thema ‚Elektro‘ ist bei MTBs top aktuell und wird immer mehr Leute in seinen Bann ziehen. Wer das nicht glaubt, sollte einfach Ende März in Stuttgart vorbeischauen und sich ein eMountainbike zum Testen schnappen. Außerdem wird es ein Profi-eBike-Rennen und natürlich ein umfassendes Rahmenprogramm geben. Zugleich ist das Event übrigens Auftakt für die Freeride Mountain Bike (FMB) World Tour, den wichtigsten Termin des Jahres für alle Freeride-Mountainbiker. Wir sind gespannt.


pb: In den klassischen MTB Printmedien liest man nur sehr zögerlich über Pedelec MTBs. Haftet dem Pedelec immer noch das Image des Senioren Bikes an oder worin erklärt sie sich diese Zurückhaltung?
Es stimmt, dass das Thema eMountainbike in den klassischen MTB-Magazinen noch nicht wirklich angekommen ist. Doch vermutlich werden die steigende Nachfrage und der Informationsbedarf dazu führen, dass sich auch der ein oder andere MTB-Redakteur für dieses Thema öffnet. Vom Senioren-Image der Räder kann jedenfalls längst keine Rede mehr sein.



pb: Welchen Stellenwert wird das Pedelec, bzw. eBike ihrer Ansicht nach in fünf Jahren haben?
Wie bereits angesprochen sind wir fest überzeugt, dass das Pedelec in den kommenden Jahren noch populärer wird und in den unterschiedlichsten Lebens- und Mobilitätsbereichen zum Einsatz kommt. Dazu wollen wir auch einen entscheidenden Teil beitragen. Ob im Großstadt-Dschungel, im Fahrradurlaub oder auf dem Lieblings-Trail: Der Durchbruch der eBikes ist nicht mehr zu stoppen.


Vielen Dank für das Interview

Kommentare:

  1. Schöner Artikel danke!

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  2. Super, schade nur, dass sie zur Nyon Nachrüstung geschwiegen hat

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    1. hat mich auch enttäuscht,zumal ausdrücklich nach der möglichkeit der nachrüstbarkeit gefragt wurde. nochmals etwas genauer: ist das nachrüsten für den antrieb performanze 2014 möglich?

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    2. Nachrüsten an der Performance Line ist möglich. Jedoch bietet Bosch diese Option erst an, wenn Bosch Händler einer entsprechende Schulung bekommen haben. Somit soll gewährleistet werden, dass die Umrüstung reibungslos klappt.
      Ob dies im kommenden Jahr schon sein wird bleibt offen.

      Bis dahin gibt es Nyon nur an Neurädern.

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  3. einzig was etwas nervt ist am Bosch Intuvia, das es recht gross ist und warum kann das Display nicht auch gleich Trittfrequenz anzeigen? Und dann hab ich noch festgestellt das das Garmin Oregon/Dakota Navi Empfangsprobleme hat neben dem Bosch Intuvia: siehe hier: http://youtu.be/wWWV0_jjnrs

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