Sonntag, 2. Februar 2014

Bergauf in Schrittgeschwindigkeit mit der Bosch Performance Line

Eine allgemein bekannte Gegebenheit der Bosch Motoren ist die, im Vergleich zum traditionellen MTB niedrige Übersetzungsbandbreite. Bedingt durch die Bauart der Bosch Motoren befindet sich an der Kurbelwelle nur ein Kettenblatt. Bei eMTB meist ein Blatt mit 38 Zähnen, bzw. bei den neuen Performance Modellen ein 15er Blatt.
Da das Kettenblatt der Bosch Performance Line aber 2,5x schneller dreht als die eigene Trittfrequenz kommen wir hier auch wieder auf etwa 38 Zähne im direkten Vergleich.
Die Erfahrungen in der Vergangenheit waren so, dass man sich vor allem beim steilen Bergauf fahren zusammen mit motorlosen Mountainbikern schwer tat, niedrige Geschwindigkeiten um die 6km/h zu fahren.

Genauer gesagt besteht die Problematik darin, die durch die niedrige Übersetzungbandbreite bedingte niedrige Trittfrequenz in steilen Stücken bei langsamer fahrt zu halten.
Nun gab es hier in der Vergangenheit, unter dem Motor der ersten Generation, mehrere Möglichkeiten.

Am einfachsten (wenn mitunter auch der sozial unverträglichste Kompromiss) man fährt seinen Kollegen einfach bis zur nächsten Ebene davon. Denn höhere Geschwindigkeit bedeutet hier eine höhere Trittfrequenz und somit eine bessere Ausdauer.
Als weitere Möglichkeit hat sich die Montage eines kleineren Kettenblatt erwiesen. Dies bringt natürlich wieder den Nachteil mit sich, dass bei höheren Geschwindigkeiten nicht mehr unterstützend getreten werden kann. Zudem ist dies bei den Bosch Motoren der neuen Generation nicht mehr möglich, da bei einer Verwendung kleiner als 15 Zähne die Kette auf dem Spider-Ring (Spezielle Mutter zur Fixierung der Kurbelwelle) aufliegt.
Erfahrene Hobbymechaniker haben es auch schon geschafft, ein zweites Kettenblatt samt Umwerfe mit dem Bosch Motor der ersten Generation zu vereinen.


Nun haben wir uns den Sachverhalt unter dem neuen Bosch Performance Motor angeschaut.
Hierzu haben wir ein kleines Video aufgenommen, welches dokumentiert, dass sich mit dem neuen Motor niedrige Geschwindigkeiten bei geringer Trittfrequenz um die 50 Umdrehungen pro Minute durchaus dauerhaft realisieren lassen.




Eine Erklärung bezüglich des besseren Fahrverhaltens im Uphill begründet sich unserer Meinung darin, dass der neuen Motor mit 60Nm ein höheres Drehmoment hat. Ferner bewirkt das 2,5x schneller drehende Kettenblatt einen leichten Nachlauf. Dieser wirkt sich positiv an den Totpunkten beim Pedalieren aus. die Totpunkte werden sozusagen beinahe aufgelöst womit sich ein fließender Tritt ergibt.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem neuen und alten Bosch Motor in solchen Situationen?

Kommentare:

  1. Ich stelle mir die Frage, wie "verbrauchschonend" das langsame Kurbeln bergauf im guten alten "Flyermodus für Senioren" sein mag.
    Einen Totpunkt habe ich übrigens bei meinem alten Bosch nie bemerkt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Erfahrung mit Gruber-Bosch-Yamaha. Danke. Dieser Blog ist sehr hilfreich und bestätigt unsere Erfahrungen. Wegen defekter Hüftgelenke, dachten wir, dass ein E-Bike 200 W Yamaha Motor besser geeignet ist, als der Gruber Vivax mit 100W. Leider mussten wir feststellen, dass man mit der beim Giant Full-E angebotenen Übersetzung 38vorne/36hinten=1,05 bei einer erträglichen Trittfrequenz bei min. 9 Km/h liegt. Fährt man langsamer wird es für Knie und Hüfte auch für gesunde Fahrer unergonomisch. Im Eco Modus (entspricht gefühlt der Unterstützung vom Gruber Vivax Assist) ist die Kraft zu hoch. Im Normal oder Sport Mode ist man am Berg 2-3 mal schneller als ein Biker ohne Motor. Tatsächlich ist der Gruber Antrieb mit einer Untersetzung von 0,7 wesentlich angenehmer und schonender für die Gelenke und beim ersten Weidezaun muss man nur 13 kg und nicht 21kg heben. Wir probieren jetzt noch beim Yamaha Motor eine 32/36=0,88 Kombination. Wenn das nicht genug bringt verkaufen wir das Giant Full E wieder. Die Original Übersetzung beim Giant Full-E funktioniert in der Ebene eigentlich ganz ausgewogen. Ist am Berg für uns aber leider nicht geeignet. Der neue Bosch Motor kommt noch weniger in Frage, da hier keine kleinere Kettenblätter mehr montiert werden können.

      Löschen
  2. Hi Will Lee,
    kannst du irgendwie die Trittfrequenz mal messen. Ich habe an meinem Bike ein Sensor von Wahoo mit Bluetooth, und an der Kurbel ein Magnet der mir die Tirtt-Frequenz misst.
    Könnte man hinten auch für´s bessere Klettern ein 42er Miefe Ritzel einbauen, und funktioniert dann diese Übersetzung auch noch? Das wäre für mich ein Argument mir ein neuer Bosch (Cube) zu zulegen. Gruß Michael

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Trittfrequenz müsste bei knapp 6km/h nach meinen Berechnungen um die 50Umdr./Minute gelegen haben. Nicht sehr viel, aber wie bereits erwähnt mit dem Performance Motor gut machbar.
      Die Übersetzung einfach mal so zu ändern, geht beim neuen Bosch angeblich nicht so einfach, da bestimmte Übersetzungsparameter vom Hersteller vordefiniert werden.
      Wir werden demnächst das ganze aber nochmal ausführlicher angehen und einen Test mit 15er, 16er, 17er und 18er Blatt machen.

      Dann wird es richtig interessant und aussagekräftig!

      Löschen
    2. Das mit dem 42er Ritzel auf der Kassette würde mich auch interessieren.
      Das sollte doch eigentlich funktionieren, gibt es nicht ein Haibike mit XX1 10-42?

      Löschen
    3. Doch, das Xduro AMT Pro und das NDURO PRO haben die 11fach (42-10)SRAM Kassette verbaut.

      Löschen
  3. kannst du etwas zum Energieverbrauch im Vergleich zum Classic+ Line sagen ??

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genaue Vergleichsfahrten über 1000Hm stehen noch aus. Meiner bisherigen Einschätzung nach ist der Verbrauch der Performance etwas höher als bei Classic+.
      Dies könnte damit zusammen hängen, dass der Performance Motor zum einen stärker ist (also mehr Energie benötigt), zum anderen die Abstufungen der Perfromance Intuvia (Bedienelement) anders sind.
      Performance ECO = 50%, TURBO = 275%
      Classic+ ECO 0 30%, TURBO 250%

      Löschen
  4. ttp://www.oneupcomponents.com/

    42t on 10 speed cassete works great, and nice colour green, looks great biy the haibike amt rx :))

    AntwortenLöschen
  5. Toller Blog! Sehr Informativ! Danke für die Mühe!
    Schau schon alle paar Tage nach ob es neue Beiträge gibt ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für die positive Rückmeldung. Da wir den Blog privat betreiben, kommen News oder Artikel zu bestimmten Themen nur alle paar Tage. Auf einfache Pressemeldungen verzichten wir größtenteils, da diese auch überall anders zu lesen sind.

      Löschen
  6. Salut les amis,

    j'ai depuis 3 semaine un RX AMT 27,5 et je trouve que le moteur 2014 par rapport à mon macina race 2013 avec l'ancien moteur est plus mou!!

    il est beaucoup moins violent au démarrage se met en secu quand ca monte trop alors que l autre on l entendait forcé.

    Est ce du aux multiples sécurité au cadre tout mou aux roues plus petites ???????mon ktm était en 29", on sentait le moteur forcer dans des "petits coups de cul" bien raide mais ça passé.
    Le moteur 2014 dans des conditions similaire on sent bien que le moteur n'essaye pas de forcer, il coupe simplement.

    pour y remédier j'ai monté un pignon de 42 dts et là ça grimpe partout.

    ps: j'ai de gros problèmes de genoux donc je ne peut pas pédaler debout et donc forcer un maximum sur les pédales, mais avec le vieux moteur je n ai jamais eu ce problème, le velo cabré avant que le moteur coupe.

    Pour ce qui est des coupures, je suis souvent en mode eco, c'est peut être pour ça qui stop??

    AntwortenLöschen
  7. Hallo, habe ein Cube Reaction Hybrid HPA Pro 29 (Schaltung Deore 9-Fach). Beim extremen Bergauffahren scheint mir das "letzte 36-Ritzel" nicht ideal. Hat jemand Erfahrung mit einem Größerem 38, 40 bzw. 42-Ritzel. Gibt es Fehlermelungen von Bosch-Computer.
    Grüße aus Südtirol

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schau mal bei uns im Blog in der Suchfunktion "Ritzel" eingeben. Hier haben wir bereits eine Menge Erfahrungen dokumentiert.

      Löschen