Dienstag, 10. Juli 2012

Interview - 10 Fragen/10 Antworten zum Haibike Xduro


Interview - 10 Fragen/10 Antworten zum Haibike eq Xduro

Sven Bernhardt, verantwortlich für die Pressearbeit bei der Winora-Staiger GmbH stand pedelec-biker.de (pb) exclusiv für dieses Interview zur Verfügung.  


pb: Wie kam es dazu, sich mit der Konstruktion eines Pedelec Mountainbike zu beschäftigen?Nachdem wir uns bereits seit 2008 sehr intensiv mit dem Thema Pedelec beschäftigten und für Winora die Stilikone Winora toxn:exp bereits 2009 vorgestellt haben, fingen wir an unsere eBikes sehr zielgruppenorientiert zu entwickeln. Neben den vier Winora Linien Comfort, Family, Sportive und Urban wollten wir den sportlichen Bereich mit Haibike noch ausweiten. Infrage kamen hier Trekking und Cross Modelle, Mountainbikes aller Art, sogar eRennräder haben wir nie ausgeschlossen.

pb: Für welche Zielgruppe wurde die Xduro Serie konzipiert?
Das Haibike XDURO wurde ursprünglich für den ambitionierten und sportlichen Mountainbiker im Alter von 30 – 60 konzipiert.  Das Bike soll den Radius in den Bergen erweitern, die Power des Fahrers verstärken aber nicht ersetzen. Jeder XDURO Fahrer liebt die Uphill-Performance und schätzt die enorme Reichweite die ihm sein eMTB eröffnet.
Eine weitere Zielgruppe mit der wir so nicht rechneten sind sportliche Frauen zwischen 25 und 50 Jahren, die durch den E-Support nun wieder so mit ihren Partnern im Gelände sein können. Das XDURO wurde damit schon als Eheretter bezeichnet. Lustigerweise kommen aber nachdem die Frau auf den E-Antrieb umgeschaltet hat häufig zwei Wochen später die Gatten in den Laden.
Was sicherlich beide Käufergruppen verbindet ist die Suche nach einem zuverlässigen Offroad-Pedelec, das den Radius vergrößert und die Fahreigenschaften eines klassischen Mountainbikes bewahrt.

pb: Herausstechendes Merkmal der eQ Xduro Serie ist ja der in den Rahmen gedrehte Bosch Motor. Wie kam es zu dieser Idee und hat die Winora Group auf diese Konstruktion ein Patent?
Nachdem wir uns für den Mittelmotor von Bosch entschieden hatten, stellten wir uns der Frage wie sich die Drive Unit am besten integrieren lässt. Die Anbringung unterhalb des Tretlagers machte für uns wenig Sinn im Offroadbereich. Die Idee der Drehung um 210° ins Rahmeninnere kam schließlich durch die Haibike Q Serie, bei der das Unterrohr in Richtung Tretlager bereits damals eine kleine Biegung hatte (siehe Foto).
So entstand das Haibike Reverse-Angle-Motor Concept, welches durch ein Gebrauchs- und Geschmacksmuster geschützt ist.
 Haibike Q FS RX Pro (Quelle: Winora Steiger GmbH)

pb: Wo wir auch gerade beim Thema Motor sind - kam für ein Pedelec Mountainbike jemals auch ein Antrieb eines anderen Herstellers in Frage? Was zeichnet den Bosch Motor für diesen Einsatz besonders aus?
Wir haben uns damals für den Bosch Motor aufgrund seiner Durchzugskraft und der Zuverlässigkeit entschieden. Diese Parameter sind für den sportlichen Einsatz im Gelände unabdingbar. Grundsätzlich geht es uns bei Haibike aber um das Gesamtpaket eines Offroad-Pedelec, welches durchaus auch mit einem anderen System realisierbar sein kann.


pb:  Mal ehrlich, hätten Sie mit einem so großen Erfolg der Haibike Pedelec-MTB Serie gerechnet? Warum glauben sie, ist die Serie so erfolgreich?
Um es so vorsichtig auszudrücken, hat uns die Nachfrage kurz nach der Markteinführung durchaus überrascht. Grundsätzlich spricht das Geschehene für das Potential des gesamten eBike Markt und es wird deutlich, dass sich die Elektrifizierung des Fahrrads in all seinen Kategorien mehr als nur ein vorübergehender Trend ist.

pb: Können sie aktuelle Verkaufszahlen der Xduro Serie nennen?
Aufgrund unserer Anbindung an einen Konzern können wir leider keine Verkaufszahlen veröffentlichen.

pb: Nun wird es ja bald noch eine Sonderedition des Xduro FS RX geben. Ab wann wird dieses erhältlich sein und worin liegen die technischen Merkmale?
Die ersten Modelle der Sonderedition werden noch im August ausgeliefert. Es wird eine Sonderedition über der ganzen XDURO Familie sein. Es wird die Modelle:
Haibike eQ XDURO SE
Haibike eQ XDURO FS SE
Haibike eQ XDURO 29“
Haibike eQ Trekking SE (Damen und Herren)
Haibike eQ Cross SE (Damen und Herren)
geben. In der Automobilindustrie würde man hier wohl von einem Facelift sprechen – ein neuer sportlicher Look,  mit gewohnt passender Offroad Abstimmung.

pb: Viele Pedelec Biker wünschen sich auch endlich ein Pedelec MTB der sogenannten Allmountain+ oder Enduro Klasse. Wird man von Haibike auf der kommenden Eurobike im September etwas in diese Richtung zu sehen bekommen?
Auch für eMTB’s mit mehr Federweg sehen wir großes Potential. Für 2013 werden wir dazu ein neues Allmountain bringen. Das Haibike XDURO Allmountain mit 140mm Federweg und der speziellen Rahmengeometrie klassifizieren es zu einem souveränen Begleiter in jedem Gelände.


pb: In den klassischen MTB Printmedien liest man so gut wie nichts über Pedelec MTBs. Haftet dem Pedelec immer noch das Image des Senioren Bikes an oder worin erklären sie sich diese Zurückhaltung?
Eine unserer Hauptaufgaben ist es tatsächlich jüngere Leute von dem Phänomen Pedelec zu überzeugen. Es entstand hier eine nie dagewesene Fahrzeugklasse, die unbedingt ausprobiert werden will. Und selbst die Jungs auf den Downhill Festivals kommen jedes Mal nach einem Testride mit einem riesigen Lächeln zu uns zurück. Aber ganz klar, mit dem XDURO haben wir ein Rad entwickelt das sehr junge Biker anspricht.


pb: Wurde Sabine Spitz (erfolgreichste Mountainbikerin der Welt und Haibike Team Fahrerin) jemals auf einem Pedelec MTB gesichtet?
Im Training sieht man Sabine mit einem XDURO eher selten, was wohl daran liegt, dass Sabine auch im Rennen nur ihren eigenen Verbrennungsmotor nutzen darf. Im Umfeld eines XDURO trifft man sie allerdings sehr häufig: Ihr Trainer nutzt das XDURO gerne bei ihren Ausfahrten und bei Streckenbesichtigungen vor den Rennen sieht man die Olympiasiegerin auch mal auf einem XDURO.


Dieses Interview führte Julian Huber für pedelec-biker.de

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